Mylan Inc.: An der Börse ein Dauerbrenner

Mylan Logo RED_shutterstock_476039440_Steve Heap

Mylan ist ein Biotech-Unternehmen mit bewährten Produkten von hoher Qualität. (Foto: Steve Heap / shutterstock.com)

Im 2. Quartal steigerte Mylan den Umsatz zwar nur um knapp 1% auf 1,7 Mrd. $, legte aber beim Gewinn deutlich um 39% auf 0,46 $ je Aktie zu. Ohne Währungs- und Sondereffekte wäre das Umsatzplus höher ausgefallen.

Mylan besticht durch gute Zahlen …

Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, im Gesamtjahr je Aktie einen Gewinn zwischen 2,75 und 2,95 $ einzustreichen.

Beim Umsatz werden über 7 Mrd. $ angepeilt. Im folgenden Jahr strebt Mylan je Aktie einen Gewinn von 3,39 $ an – der Wachstumspfad ist für Mylan also klar vorgegeben.

… und mit voller Pipeline

Auch das Produktportfolio spricht dafür, dass Mylan seinen Wachstumskurs fortsetzt.

Das Portfolio umfasst 178 generische Wirkstoffe, die auf ihre Zulassung warten und einen Jahresumsatz von 78,4 Mrd. $ repräsentieren. Vielversprechend ist auch die geplante Übernahme der indischen Agila Specialities für 1,6 Mrd. $.

Agila ist auf injizierbare Generika spezialisiert, ein Markt mit jährlichen Wachstumsraten von 13%. Im 4. Quartal soll der Deal abgeschlossen sein.

Hinzu kommt die Erweiterung der Kooperation mit der indischen Biocon Ltd. Dabei geht es um die gemeinsame Entwicklung generischer Insulinprodukte.

Im Vergleich günstig

Angesichts des jüngsten Kursanstieges empfiehlt sich trotz der fundamental guten Aussichten ein genauer Blick auf die Bewertung.

Erreicht das Unternehmen je Aktie einen Gewinn von 2,95 $, errechnet sich beim aktuellen Kurs ein KGV von 12. Das ist im Vergleich zu Mylan-Konkurrent Stada etwas günstiger. Zudem befindet sich die Aktie seit 2008 in einem intakten Aufwärtstrend.

Taschenrechner Stift Kurse – shutterstock_84247642 Zadorozhnyi Viktor

Oktober 2018: Die 5 größten Aktien-Positionen des Top-Investors David EinhornDavid Einhorn: Wie die Hedgefonds-Legende wieder auf die Erfolgsspur zurückkommen will. Die Top 5 Werte des Aktienspezialisten › mehr lesen

Fazit

Mylan ist ein gut aufgestelltes Unternehmen mit bewährten Produkten von hoher Qualität. Insbesondere die volle Produktpipeline spricht dafür, dass Mylan seinen Status als wichtiges Unternehmen im Bereich der Generika festigen und ausbauen kann.

Unternehmensprofil

Mylan ist der weltweit drittgrößte Generika-Hersteller und entwickelt über seine Tochtergesellschaften Mylan Pharmaceuticals, UDL Laboratories, Matrix Labs, Bertek Pharmaceuticals und Mylan Tech verschreibungspflichtige Generika.

Das Produktportfolio umfasst mehr als 1.100 Generika, die in rund 140 Ländern vertrieben werden.

Mylan wurde 1961 gegründet und ging 1973 an die Börse. Vor allem während der vergangenen 5 Jahre entwickelte sich die Aktie stetig nach oben – Grund genug, das Unternehmen detaillierter unter die Lupe zu nehmen.

In den auf der ganzen Welt verteilten Produktionsstätten Mylans laufen jährlich 45 Mrd. Tabletten vom Band. Insgesamt stellen über 20.000 Mitarbeiter Generika gegen die wichtigsten Krankheiten her.

Dabei bekämpft Mylan nicht nur Kopfschmerz und Bluthochdruck, sondern stellt auch Produkte im hochpreisigen Segment her. Beispielsweise bekommen 40% der HIV-Infizierten in Schwellenländern Medikamente von Mylan verabreicht.

Den größten Umsatz erzielt Mylan in den USA. Das Geschäft dort trug im vergangenen Jahr 57,5% zum Gesamtumsatz bei.

Ein interessanter Markt für Mylan ist auch Europa – dort wird immerhin ein Viertel des Umsatzes gemacht. Geschäfte in Asien zeichnen nur für einen Anteil von 13,6% verantwortlich.

Doch diese Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig: Vor allem das Wachstum in den USA bereitet Mylan-Managern zunehmend Sorgen. Wenn es um künftige Umsätze geht, sind vor allem Nachrichten aus Asien von Bedeutung.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.