Nach Brexit-Schock: Ein MDax-Wert ist besonders spannend

In den vergangenen 2 Wochen habe ich Ihnen mit Reckitt Benckiser und Diageo 2 britische Aktien vorgestellt, die trotz Brexit sehr attraktiv sind.

Es folgten einige deutsche Immobilien-Unternehmen, die sogar vom geplanten Brexit profitieren können. An dieser Stelle stelle ich Ihnen mit der Krones AG nun einen mittelständischen Anlagen- und Maschinenbauer vor.

Der wird zwar nicht vom Brexit profitieren, wurde dafür aber im Sog der daraus resultierenden Unsicherheiten zuletzt zu Unrecht abgestraft und besitzt dadurch jetzt Aufholpotenzial.

Warum Krones den Brexit kaum zu spüren bekommt

Der im MDax notierte Spezialist für Getränkeabfüll- und Verpackungsanlagen erzielt gerade einmal rund 4% seines Umsatzes in Großbritannien. Daher bekommt Krones die Folgen eines möglichen Brexits so gut wie nicht zu spüren.

Selbst wenn die Hälfte des bisherigen Umsatz-Anteils in Großbritannien als Folge eines Brexits zukünftig wegbrechen würde (und das ist mehr als unwahrscheinlich), würde das für Krones in Summe lediglich 2% weniger Umsatz bedeuten.

Sie sehen: Die operativen Risiken für Krones sind sehr begrenzt. Hinzu kommen 2 weitere Faktoren, die für Krones sprechen:

Zum einen produziert Krones nicht in Großbritannien und zum anderen gibt es keine direkten Konkurrenten vor Ort, denen das schwache Pfund Vorteile brächte.

Lediglich einen Vertriebsstandort unterhält das Unternehmen aus Neustraubing auf der Insel. Zudem werden Aufträge bei Krones meist in Euro abgeschlossen und selbst die Aufträge, die in Pfund abgeschlossen werden, sind währungsgesichert.

Daher gilt: Geldbestände von Krones, die auf das Britische Pfund lauten, sind sehr überschaubar.

Auch sind die bis dato mit britischen Geschäftspartnern abgeschlossenen Verträge aufgrund der 2-jährigen Übergangszeit nicht von einem Brexit betroffen.

Und abgesehen davon: Noch ist der Brexit nicht amtlich beschlossen worden. Die 2-jährige Übergangsfrist beginnt erst dann, wenn die Briten offiziell einen Austritts-Antrag bei der EU gestellt haben.

Krones-Aktie zu Unrecht in Sippenhaft

Da Krones ein sehr exportorientierter Maschinen- und Anlagenbauer ist, wurde die Krones-Aktie zuletzt in Sippenhaft genommen.

Viele Handels-Computer waren so programmiert, dass sie im Falle eines Brexit-Votums alle Export-Titel automatisch verkauft haben. Das Beispiel Krones zeigt Ihnen, dass dies oft ohne Sinn und Verstand geschah.

Denn: Wie Sie gerade erfahren haben, hat Krones nur einen verschwindend geringen Umsatzanteil in Großbritannien und hat selbst diesen gut abgesichert. Daher war es völlig sinnlos, die Krones-Aktie im Zuge der Brexit-Unsicherheit zu verkaufen.

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie bei Krones bereits investiert sein sollten, besteht kein Grund zur Sorge. Lassen Sie sich vom jüngsten Rücksetzer nicht verunsichern.

Wenn Sie nicht Krones-Aktionär sind und auf der Suche nach einem stetig wachsenden Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell und starker Bilanz sind, könnte die Krones-Aktie für Sie gerade jetzt – nach dem jüngsten Rücksetzer – interessant sein.

Ausblick: In den kommenden Wochen werde ich Ihnen weitere Brexit-Gewinner vorstellen und auch Unternehmen wie Krones, die im Zuge der Brexit-Unsicherheit zu Unrecht abgestraft wurden.

8. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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