Nach dem Brexit: Goldpreis geht durch die Decke

Das „Ja“ der Briten zum Brexit ist auch am Rohstoffmarkt eingeschlagen wie eine Bombe. Direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses schoss der Goldpreis massiv nach oben. Genau das hatte ich auch im Vorfeld erwartet. Allerdings muss ich ihn ganz offen gestehen: Dass die Briten tatsächlich für den Wechsel stimmen hatte ich bis zum Tag der Abstimmung für nahezu unwahrscheinlich gehalten.

Nun ist es so gekommen und im Endeffekt gibt es einen großen Gewinner der aktuellen Entscheidung: Das sind die Edelmetalle und die Edelmetallaktien. Während viele Werte vom Standardaktienmarkt am vergangenen Freitag einen Crash erlebten, gingen die Kurse vieler großer Goldproduzenten durch die Decke.

Dabei zeigt sich auch zu Wochenbeginn, dass dies keine einmalige Aktion war. Auch heute legt der Goldpreis weiter zu und die Standardaktien verlieren noch weiter an Wert. Allerdings hat sich die Lage übers Wochenende deutlich verschoben.

So läuft in Großbritannien aktuell schon eine Online-Petition, die eine Wiederholung des Referendums fordert. Die hat sehr schnell schon 2 Millionen Stimmen bekommen. Auf der anderen Seite stehen die Spitzen der EU, die einen schnellen Brexit-Prozess der Briten vorantreiben möchten.

Vielen Briten wird jetzt nach der Abstimmung erst bewusst, was sie mit der Entscheidung zum Brexit  angerichtet haben. Sie müssen sich vorstellen: Nach der Entscheidung sind bei Google die Suchanfragen zum Thema Folgen des Brexits massiv in die Höhe gestellt. Dies ist ein spannendes Beispiel dafür, dass viele Briten sich erst jetzt mit den tatsächlichen Folgen dieser Entscheidung beschäftigen.

An dieser Stelle bin ich wirklich gespannt, wie schnell der Brexit nun vollzogen wird. Wichtig ist aber auch, dass Sie mit Rohstoffaktien derzeit auf jeden Fall auf der richtigen Seite sind. Zudem sollten Sie als Absicherung gegen die Turbulenzen bei den Standardaktien auch Edelmetalle im Depot haben. Hierbei ist es ratsam, tatsächlich auf physisches Gold und Silber zu setzen.

Nur so ist tatsächlich sichergestellt, dass Sie im Krisenfall auch wirklich auf ihre Bestände zugreifen können. Wenn Sie beispielsweise auf Zertifikate setzen, könnten schlimmsten Fall bei einem Bankrott des Emittenten die Zertifikate auf Gold wertlos verfallen.

27. Juni 2016

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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