Nach dem ersten Wochenplus: Wie schnell geht es jetzt bergauf?

Das erste Mal in diesem Jahr konnte der deutsche Leitindex DAX gestern eine Börsenwoche mit einem Plus abschließen: Am Ende turbulenter Tage stand das Kursbarometer gut 2,5 Prozent höher als zu Wochenbeginn.

Ist das nun die Wende zum Guten?

Ist die wochenlange Talfahrt, die – unterbrochen von wenigen guten Börsentagen – seit Anfang Dezember anhält, nun endlich vorbei? Manche institutionellen Anleger und Analysten trauen dem Frieden noch nicht so recht.

Sie befürchten einen erneuten Rückschlag in der kommenden Woche.

Für Optimismus sprechen aber vor allem zwei Punkte: Zum einen verlangsamt sich die Talfahrt des Ölpreises deutlich – man kann beinahe schon von einer Stabilisierung sprechen.

Zum anderen signalisierte die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag, dass noch viele Geldspritzen folgen werden.

Schwankungen bleiben

Klar ist dennoch: Die Unruhe und Unsicherheit an den Börsen wird uns weiterhin begleiten. Entsprechende Schwankungen werden an der Tagesordnung bleiben.

Umso wichtiger ist es, Ausschau nach Unternehmen zu halten, die zusätzliche Sicherheit bieten – zum Beispiel in Form von Aktienrückkäufen.

Tatsächlich haben sich in der Vergangenheit die Aktien von Aktienrückkäufern deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt. Warum?

Zunächst zeigt sich das rückkaufende Unternehmen selbstbewusst, weil es seine eigenen Anteile am Markt kauft. Es signalisiert seine eigene günstige Bewertung an der Börse – ein Zeichen für viele Investoren, ebenfalls einzusteigen.

Der stärkste Effekt tritt jedoch ein, wenn das Unternehmen seine eigenen Anteile nicht nur zurückkauft, sondern zudem auch zwecks Kapitalherabsetzung vernichtet. Denn dann gewinnt durch die geringere Gesamtaktienanzahl jede einzelne Aktie automatisch an Wert.

Unternehmensgewinn wird auf weniger Aktien verteilt

Der Effekt des Rückkaufs ist klar: Der Unternehmensgewinn wird auf weniger Aktien verteilt.

Auch die Dividenden-Rendite erhöht sich automatisch für jeden einzelnen Aktionär. Verringert ein Unternehmen beispielsweise seine Aktienzahl um 10 Prozent von 100 Mio. auf 90 Mio. Aktien, so steigt die Dividende je Aktie bereits bei gleichbleibender Dividendensumme direkt um 12,5 Prozent.

Auch diese spürbaren Vorteile sorgen für eine deutlich steigende Aktien-Nachfrage, die den Aktienkurs immer weiter nach oben klettern lässt.

Prominente Aktienrückkäufer sind zum Beispiel Apple, Munich RE und Siemens. Aber auch kleinere Unternehmen wie das Mannheimer Familienunternehmen Fuchs Petrolub stärken durch regelmäßige Aktienrückkäufe den Kurs ihrer Wertpapiere.

Und dass sich die Aktienkurse dieser Unternehmen tatsächlich immer mehr vom allgemeinen Börsengeschehen lösen, beweist der Blick auf den S&P 500 Buyback Index: Der Index, der die 100 US-Unternehmen mit den größten Rückkauf-Programmen umfasst, schnitt in den vergangenen zehn Jahren mit einem Plus von 137 Prozent deutlich besser ab als der amerikanische Leitindex S&P 500 (+ 85 Prozent).

Sie sehen: Nutzen Sie diese unruhigen Zeiten und halten Sie Ausschau nach Unternehmen, die Ihnen ein Mehr an Sicherheit bieten.

23. Januar 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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