Nach der US-Wahl steigen die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends

Heute in einer Woche wissen wir, ob Hillary Clinton die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten wird oder ob Donald Trump ins Weiße Haus einzieht.

Im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftswahl dominiert unter den Anlegern die Nervosität.

Wall Street im Rückwärtsgang

In der vergangenen Woche hatte ich Ihnen an dieser Stelle noch über ein neues Allzeithoch des Nasdaq 100 berichtet.

Der Anstieg des Technologie-Index auf einen neuen historischen Höchststand ist ein positives Signal.

Denn der Technologie-Sektor besitzt eine Art Vorläufer-Funktion und läuft der Entwicklung des Gesamtmarkts oft voraus.

In den letzten Tagen allerdings legten die Aktienkurse an der Wall Street wieder den Rückwärtsgang ein. Momentan ist die Kurs-Entwicklung eine Fieberkurve des alles überschattenden US-Wahlkampfs.

Wahlausgang ist völlig offen

Und das Rennen ums Weiße Haus ist mittlerweile wieder völlig offen. Zwischenzeitlich hatte die demokratische Kandidatin in den Umfragen die Nase deutlich vorn.

Die erneuten Ermittlungen in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton sorgten jedoch für einen herben Dämpfer. In Florida, einem sogenannten „Swing State“, lag Trump zuletzt sogar vorne.

Viele Bundesstaaten sind sichere Beute für das eine oder das andere Lager. Viel hängt deshalb vom Ergebnis in diesen „Swing States“ ab, in denen mal die eine, mal die andere Partei siegt.

Um die Wahl zu gewinnen, ist es von entscheidender Bedeutung, hier die Oberhand zu behalten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Der Wahlausgang ist offen, wie nie. Eine Prognose, wer neuer US-Präsident wird, ist vor diesem Hintergrund praktisch unmöglich.

Charttechnische Ausgangslage bleibt positiv

Deshalb schaue ich v. a. auf die Signale, die mir der Aktienmarkt liefert. Dieser reagierte zuletzt negativ auf die jüngste Entwicklung im Wahlkampf.

Dennoch ist das „große Bild“ unverändert positiv:

Der Nasdaq 100 ist zwar wieder unter seinen alten Rekordstand zurückgefallen, der im Zuge des Internet-Booms im Jahr 2000 bei 4.816 Punkten erreicht worden war.

Das markante Hoch vom Dezember letzten Jahres bei 4.840 Zählern konnte bislang aber verteidigt werden.

dow-jones

Ähnlich die Entwicklung beim Dow Jones:

Der fiel am Dienstag mit 17.941 Punkten kurzzeitig auf den tiefsten Stand seit Anfang Juli, konnte die runde 18.000er-Marke bis zur Schlussglocke aber wieder zurückerobern.

Diese horizontale Unterstützung und die steigende 200-Tage-Linie bei rund 17.740 Zählern bilden die zentrale Haltezone.

Und auch der breit gefasste S&P 500 notiert weiterhin über seiner langfristigen Gleitenden Durchschnitts-Linie (2.080 Punkte).

Nach der Wahl steigen die Chancen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends

Sollte Donald Trump gewinnen, dürften die Börsen kurzfristig wohl nochmals negativ reagieren.

Doch auch dann rechne ich nicht mit dauerhaften Folgen für den Aktienmarkt. Denn die amerikanische Konjunktur ist weiter auf solidem Wachstumskurs.

Dies haben die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) am vergangenen Freitag einmal mehr gezeigt: Im 3. Quartal wuchs die US-Wirtschaft um 2,9% – und damit so kräftig, wie seit rund 2 Jahren nicht mehr.

Volkswirte hatten lediglich mit einem Zuwachs von 2,5% gerechnet. Die US-Wirtschaft bleibt also auf Kurs.

Ist der Unsicherheits-Faktor Wahl erst einmal beseitigt, sehe ich daher auf mittlere Sicht unverändert gute Perspektiven für die Wall Street – egal, unter welchem Präsidenten.

2. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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