Nach der Wahl: Alles ruhig bei den Rohstoffen

Keine Frage: Das politische Erdbeben in Deutschland strahlt weit über die Ländergrenzen hinaus.

Die regierende Große Koalition hat 14% der Stimmen verloren, und es wird auch zu keiner Fortsetzung der schwarz-roten Zusammenarbeit kommen.

1 Tag nach der Wahl noch viele offene Fragen

So viel steht 1 Tag nach der Wahl schon fest. Doch die meisten anderen Fragen sind jetzt eben noch offen, v. a. diese:

Welche Regierung wird denn jetzt nach der Wahl ins Amt kommen?

Die nächste Bundeskanzlerin wird Angela Merkel heißen – doch das wird nur gehen, wenn sich eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen im Bund bildet.

Das wird sehr spannend in den kommenden Wochen und Monaten, denn bisher gehen die Positionen dieser 3 Parteien doch sehr weit auseinander.

AfD könnte Rechtsruck und Chaos in den Bundestag bringen

Nicht völlig überraschend kam der Rechtsruck in Deutschland mit dem Wahlerfolg der AfD.

Hier reiht sich die BRD nun in die Reihe der Länder ein, in der eine rechtspopulistische Stimme in den Parlamenten schon seit längerer Zeit normal ist.

Bei uns war das allerdings bislang nicht so, und so wird dies im Bundestag sehr viel verändern.

Einen 1. Vorgeschmack auf die neue Stimmung brachte heute Vormittag schon die AfD-Pressekonferenz, in der die Parteichefin Frauke Petry erklärte, nicht Teil der Fraktion sein zu wollen.

Ausgestattet mit einem Direkt-Mandat will Petry ihre politischen Themen als fraktionslose Abgeordnete angehen.

Damit überraschte sie die komplette Führungsriege der Partei und stößt mithin ihre Wähler in Sachsen nun nur 1 Tag nach der Wahl vor den Kopf.

Hieran sehen Sie schon, wie turbulent es in der nächsten Zeit in Berlin werden kann.

Das ist die Reaktion der Märkte: DAX legt zu – Gold schwach

Doch an den Finanzmärkten hat das historische Wahlergebnis kaum Auswirkungen:

Der DAX legt im Tagesverlauf zu und der Goldpreis – ein Hort der Sicherheit an den Finanzmärkten – gibt sogar leicht nach.

Die Wahl in Deutschland ist eben nur ein Thema unter vielen. Immerhin verliert der Euro heute klar an Wert: Ein Verlust von rund 0,5% ist doch ein deutlicher Ausschlag am Devisenmarkt.

Hieraus lässt sich dann doch die Unsicherheit ableiten, dass jetzt noch nicht klar ist, wie eine kommenden Bundesregierung europapolitisch aufgestellt ist.

An dieser Stelle habe ich es immer wieder geschrieben – und heute zeigt es sich 1x mehr: Der politische Einfluss auf die Finanzmärkte ist nur noch gering.

Etliche Krisenherde rund um den Globus haben nicht das Potenzial, die Stimmung an den Märkten grundlegend zu ändern und z. B. für einen Einbruch bei den Aktien zu sorgen.

Gleichzeitig reichen die Impulse aber auch nicht aus, um die Krisen-Währung Gold deutlich anzuschieben.


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25. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

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