Nach Griechenland-Wahl: Euro weiter auf Talfahrt

Der Euro befindet sich seit Monaten auf Talfahrt. Heute Morgen kostete 1 Euro zwischenzeitlich nur noch 1,11 US-Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit 11 Jahren.

Ursächlich dafür, dass die Talfahrt der europäischen Gemeinschaftswährung heute zusätzlich Fahrt aufgenommen hat, ist der Sieg der Linken bei der Parlamentswahl in Griechenland am gestrigen Sonntag.

Zwar haben die Linken in Griechenland die absolute Mehrheit denkbar knapp um einen Sitz verpasst, dennoch schwächt der Wahlausgang den Euro zusätzlich.

Keinerlei negative Auswirkungen scheint der Wahlausgang in Griechenland jedoch auf den deutschen Aktienmarkt zu haben. Die jüngste Kursrally, die die Europäische Zentralbank (EZB) in der vergangenen Woche eingeleitet hat, geht munter weiter. Daher widme ich mich heute an dieser Stelle den (erfreulichen) Auswirkungen des weiterhin schwächelnden Euros.

Krones ist einer der größten Gewinner des schwachen Euro

Jeder Cent, den der Euro weiter fällt, bringt Export-Unternehmen aus Deutschland und dem Rest der Euro-Zone Milliardengewinne. Einer der größten Profiteure des schwachen Euro ist in Deutschland das im MDax gelistete Familienunternehmen Krones.

Denn der Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränkeindustrie erzielt nicht einmal ein Drittel seiner Umsätze in Europa. Allein Nord- und Südamerika steuern fast 20% der Umsätze bei.

Da die Kosten zum Großteil in Euro anfallen, die Umsätze aber zu mehr als zwei Dritteln außerhalb der Euro-Zone erwirtschaftet werden, profitiert Krones  gleich doppelt.

Denn der schwache Euro führt zum einen zu geringeren Kosten und zum anderen zu einer größeren Nachfrage außerhalb der Euro-Zone, da die Anlagen und Maschinen von Krones durch den schwachen Euro außerhalb der Euro-Zone günstiger und somit gefragter sind.

Eine größere Nachfrage bedeutet mehr Umsatz und niedrigere Kosten bedeuten eine höhere Gewinnmarge und somit einen höheren Gewinn für Krones. Und da sich dieser Effekt erst in den kommenden Quartalszahlen bemerkbar machen wird, dürften von den kommenden (und den danach folgenden) Zahlen positive Impulse auf den Kurs der Krones-Aktie ausgehen.

Negative Analystenstimme drückte zuletzt den Kurs

In der vergangenen Woche hat die DZ Bank die Krones-Aktie von „Kaufen“ auf „Verkaufen“ gestuft und den fairen Wert der Krones-Aktie von 77 auf 74 Euro gesenkt.

Die Begründung: Nach dem Kursplus von rund 30% seit Mitte Oktober sei die Aktie inzwischen sehr ambitioniert bewertet. Die Krones-Aktie übernahm in der Folge die rote Laterne im MDax, erholt sich aber schon wieder.

Ich halte die Krones-Aktie angesichts der derzeitigen Bewertung zwar auch nicht für ein Schnäppchen, gehe aber davon aus, dass die 2015er Zahlen aufgrund des schwachen Euros positiv überraschen werden. Weiterhin rechne ich damit, dass der Euro auf absehbare Zeit weiter schwächeln wird und Krones daher noch länger davon profitieren kann.

26. Januar 2015

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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