Nächste Mittelstandsanleihe am Markt: Alpine bringt 6% – Renditefrage

Riesennachfrage nach der Anleihe der österreichischen Holding – vorzeitig geschlossen (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Wenn Sie auf der Suche nach hohen Zinsen sind, beachten Sie aktuell:

Alpine aus Österreich bringt derzeit eine Emissionsrendite von ungefähr 6%.

Allerdings:

Die Anleihe steht gar nicht mehr zur Zeichnung frei, sondern wurde als überkaufter Titel bereits vom Markt genommen. Das bedeutet, die Schuldverschreibung wird nicht mehr vorbörslich angeboten, Sie können diese allenfalls noch über die Börse kaufen.

Auch diese Mittelstandsanleihe – hier gehandelt an der Börse München – ist daher einer der großen interessanten Schuldtitel aus dem neuen Segment der „Mittelstandsunternehmen“.

Starke Nachfrage

Nur: Die Anleihe ist überzeichnet, noch ist aber nicht bekannt, wer als Aufkäuferam Markt aufgetreten ist. Das bedeutet, die Anleihe kann ebenso gut von großen institutionellen Aufkäufern im Depot aufgenommen worden sein.

Stoßen diese den Wert wieder ab, würde sofort der bisherige Kursgewinn infrage stehen.

Januar 2018: Die Top-Aktien von Nebenwerte-Spezialist Chuck RoyceChuck Royce: Wie sich Top-Investor Chuck Royce im US-Aktienmarkt positioniert. Technologieaktien und Modefirma unter den Top 3 Investments › mehr lesen

Deshalb ist auch diese Mittelstandsanleihe wie viele andere dieser neuen Schuldtitel immer noch mit Risiken verbunden, selbst wenn die Nachfrage groß scheint. Wir meinen sogar:

  • Mittelstandsanleihen sind derzeit gefährdeter als die Rendite es anzeigt. 7% oder 9% wie für einige Hochrisiko-Anleihen sind immer noch nicht angemessen.
  • Zahlungsausfälle wie vor kurzem wird es in diesem Segment häufiger geben. Damit stehen aber auch die aktuellen Kurse in Frage, sodass Investoren auf das Laufzeitende warten müssten.
  • Allein für diese voraussehbare Wartefrist ist es mit 6% oder 7% Rendite aus unserer Sicht nicht getan. Zumal:
  • Bedenklich ist bei vielen Anleihen zudem die verhältnismäßig lange Laufzeit, die eventuell einen Verzicht auf Liquidität erforderlich machen. Das heißt:

Auch bei Alpine müssten Sie bis Juli 2015 bis zur Rückzahlung warten. Drei Jahre sind für eine Anleihe keine besonders lange Laufzeit, aber die Zinsentwicklung, die Risiken bei Mittelstandsanleihen und der möglicherweise etwas höhere Börsenkurs sind bedenklich, wenn es um diese Laufzeit geht.

Börse beobachten

Deshalb ist es wichtig, vor einer schnellen Investition aufgrund der hohen Nachfrage zunächst die Börsenentwicklung abzuwarten. Möglicherweise werden sich günstigere Einstiegskurse ergeben, wenn der von den Medien inszenierte Hype zunächst vorbei ist.

Bedenken Sie zudem: Alpine ist ein Baukonzern und daher abhängig von der konjunkturellen Entwicklung. Lässt diese nach, wird es für das Unternehmen schwieriger, die Verbindlichkeiten zu tilgen.

GeVestor meint: Wer investiert, sollte sich angesichts der hohen Nachfrage nicht irritieren lassen. Die Mittelstandsanleihe von Alpine sollte eine Rendite bieten, die dem Risiko angemessen ist. Das heißt: bei steigenden Börsenkursen dieser Tage würden wir nicht kaufen.

Dann bieten sich Mischfonds an, die das Risiko wesentlich besser streuen. Vom Carmignac Patrimoine A erwarten wir eine Rendite in Höhe von zumindest 6% bis 7% und deutlich geringere Schwankungen.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.