Nächste Rekordprämie: M&A-Boom im Biotechsektor hält an

Der Biotech-M&A-Boom reißt nicht ab. Und schon wieder liegt die Übernahme-Prämie nördlich von 60% (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Durch die Biotechbranche rollt zu Jahresbeginn eine nie dagewesene Übernahme-Welle. Nachdem bereits mehrere Milliarden-Deals verkündet wurden und ein heißes Gerücht über einen bevorstehenden Deal in der Vorwoche die Runde machte, startete auch die vierte Kalenderwoche mit einer Milliarden-Übernahme.

Sanofi will das auf seltene Krankheiten spezialisierte US-Biotech-Unternehmen Bioverativ übernehmen. Der Deal kommt auf ein Volumen von 11,6 Mrd. Dollar und beinhaltet eine abermals rekordverdächtige Übernahme-Prämie von 63% auf den Schlusskurs vom Freitag.

Zuletzt gezahlte Prämien auf börsengelistete Ziele bei über 70%

Damit reiht sich die Übernahme-Prämie in die hohen Aufschläge der vergangenen Biotech-Deals nahtlos ein. Kurz vor Weihnachten zahlte Roche für das Biotech-Unternehmen Ignyta 74% Prämie, Takeda bot den TiGenix-Aktionären 82% Prämie an und Novo Nordisk ringt mit einer 66%-Prämie um die Gunst der Ablynx-Aktionäre.

Die Biotechbranche bleibt damit der Sektor mit den höchsten Übernahme-Prämien. Volle Kassen der Pharma-Konzerne und der kontinuierliche Druck, Umsatz nach dem Wegfall des Patentschutzes aufzufangen, sorgt für hohe Preise.

Sanofi-Investoren vom Mehrwert des Deals noch nicht überzeugt

Während die Investoren des Bieters die hohen Prämien bei vielen Deals durchaus als gerechtfertigt empfinden, sorgt der Aufschlag für Bioverativ nicht für Begeisterung unter den Sanofi-Aktionären. Die Aktie verliert kurz nach Ankündigung des Deals in einem kaum veränderten Marktumfeld 3%.

Analysten von Kepler Cheuvreux fragen sich ob die Bioverativ-Pipeline den hohen Wertansatz hergibt – immerhin forscht Rivale Roche an einem Medikament, dass in direkter Konkurrenz zu einem großen Bioverativ- Hoffnungsträger steht. Im November sorgten starke Roche-Forschungsergebnisse für Druck auf die Bioverativ-Aktie.

Hoher Preis dürfte Konkurrenten abschrecken

Sanofi hatte zuletzt mit Übernahmen wenig Glück. Erst unterlagen die Franzosen im Buhlen um Medivation gegen den US-Pharmariesen Pfizer, dann holte man sich im Kampf um das Schweizer Biotech-Unternehmen gegen Johnson&Johnson eine blutige Nase.

Es ist gut möglich, dass Sanofi diesmal direkt mit einem sehr großzügigen Angebot sicherstellen wollte, dass es nicht noch einmal zu einem Bieterwettstreit kommt. Mit Blick auf den Angebotspreis hat Sanofi auch gute Karten, dass die Konkurrenten Bioverativ ziehen lassen.

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Am Markt fragen sich die Investoren jetzt, welcher Biotech-Übernahme-Kandidat wohl als nächstes von der Bildfläche verschwinden könnte. Dass der M&A-Boom weitergeht, glaubt inzwischen die ganz große Mehrheit.

Auf Sondersituation spezialisierte Biotech-Profis rechnen jedoch nicht nur mit einer starken Übernahme-Welle, sondern auch damit, dass es wieder vermehrt zu Bieterwettkämpfen um die attraktivsten Ziele kommen wird.

In meinem BörsendienstAmericanTargets habe ich die Gewichtung von Übernahme-Kandidaten aus der Biotechbranche ebenfalls deutlich erhöht. Aktuell ist über ein Viertel des Portfolios auf Biotech-Übernahme-Kandidaten abgestellt, um die hohen Prämien im Sektor abzugreifen.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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