Nahrungsmittel-Branche: Bio boomt

Führten sie früher nur ein Schattendasein, entwickeln sich Bio-Produkte allmählich zum Kerngeschäft der Lebensmittel- Konzerne.

Denn in den westlichen Industrie-Ländern boomt die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmitteln.

In den USA ist der Umsatz mit Bio-Produkten seit 2005 von 13 auf 37 Mrd. $ gestiegen. Eine ähnliche Entwicklung ist in Deutschland zu beobachten: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Umsatz auf 9 Mrd. € vervierfacht.

Auch in den kommenden Jahren ist mit 2-stelligen Wachstumsraten zu rechnen – positiver Nebeneffekt: Bio-Produkte sind teurer und werfen höhere Margen ab.

Auch Danone passt sich dem veränderten Konsum-Verhalten an und will künftig noch mehr gesunde Lebensmittel anbieten. Die Franzosen erweitern ihr Bio-Angebot und übernehmen für 12,5 Mrd. $ den US-Konzern White Wave.

Das ist viel Geld für 3,87 Mrd. $ Umsatz und 168 Mio. $ Gewinn, die White Wave im Wesentlichen mit Milchprodukten auf Pflanzenbasis erzielt.

Der Kaufpreis wird vollständig mit neuen Krediten finanziert. Andererseits gehört der Konzern zu den wachstumsstärksten Nahrungsmittel-Herstellern in den USA.

Gestärkt durch die Übernahme verschafft sich Danone gleichzeitig eine bessere Verhandlungs-Position gegenüber großen Einzelhandels-Ketten.

Schon 2014 erwarb Danone die Mehrheit an Stonyfield Farm, der Nr. 1 in den USA bei biologisch-organischen Joghurts.

Trendwende bei Südzucker

Schlechte Ernten in wichtigen Anbau-Ländern haben Zucker zu einem knappen Agrar-Rohstoff werden lassen; im laufenden Jahr beträgt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage unterschiedlichen Schätzungen zufolge 7 – 11 Mio. t.

Die Folge: Der Zuckerpreis steigt seit August 2015 kontinuierlich und erreichte Ende Juni mit 20,80 US-Cent pro Pfund den höchsten Stand seit August 2012.

Diese Entwicklung hat auch die Aktie von Südzucker beflügelt. Andererseits drohen dem Konzern Schadensersatz-Forderungen der Süßwaren-Industrie im Zusammenhang mit Preisabsprachen. Im Raum stehen 300 Mio. €.

Neue Tabakregelungen in Kraft

Seit Mai müssen auch in Deutschland Schockbilder auf Zigaretten-Schachteln gedruckt werden. Zudem sind künftig Menthol und andere Aromen als Zusatzstoffe verboten.

Bereits hergestellte Produkte dürfen aber noch 1 Jahr verkauft werden (sogenannter Abverkauf).

Ebenfalls verboten ist Werbung für E-Zigaretten. Die neuen Regelungen zwingen zur Umstellung der Produktion und belasten in erster Linie den Mittelstand.

Big Players wie BAT und Philip Morris sind kaum betroffen. Dennoch nehmen sie Nischen-Produkte vom Markt.

Denn die Produktions-Umstellung ist auch bei ihnen mit hohen Investitionen verbunden, die bei kleineren Marken kaum kompensiert werden können. 

Unsere Favoriten

In der Krise spielt die defensive Nahrungs- und Genussmittel-Industrie ihre Stärken aus. Erste Wahl bleiben die dividendenstarken Tabak-Konzerne Altria, BAT und Philip Morris.

Auch die Halbjahres-Zahlen von Lindt, Nestlé, Unilever und Hügli haben überzeugt; die Aktien all dieser Konzerne haben sich in den letzten 12 Monaten besser entwickelt als der Vergleichs-Index.

Wir rechnen mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends.

30. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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