Nanogate: Beeindruckender Wachstumswert

Die Ereignisse in China und die Nicht-Anhebung des US-Leitzinses haben die z. T. sehr guten Unternehmens-Nachrichten zuletzt in den Hintergrund rücken lassen.

Dabei agieren einige Konzerne derzeit doch sehr erfolgreich – und sind für Anleger einen näheren Blick wert, so wie die Nanogate AG …

Oberflächen-Veredelung mittels Nanotechnologie

Das innovative Unternehmen aus der Nähe von Saarbrücken hat sich auf die Oberflächen-Veredelung von Materialien und Werkstoffen spezialisiert.

Mittels Nanotechnologie werden Oberflächen quasi „neu programmiert“, d. h.: mit neuen Eigenschaften versehen. Dazu zählen u. a. Hitzebeständigkeit, Härte, Isolations-Fähigkeit, Antihaftung oder antibakterielle Wirkung.

Bärenstarke Halbjahres-Zahlen

Wie erfolgreich der Konzern derzeit ist, belegen die vergangene Woche veröffentlichten Halbjahres-Zahlen: Nanogate steigerte seinen Umsatz von Januar bis Juni um fast 60% auf 43,3 Mio. €.

Der operative Gewinn legte um knapp 40% auf 4,9 Mio. € zu. Damit kann das Unternehmen die ohnehin schon sehr guten vorläufigen Halbjahres-Zahlen sogar noch übertreffen.

Umsatzziel von 100 Mio. € rückt in greifbare Nähe

Im laufenden Jahr wird Nanogate seinen Umsatz auf deutlich über 80 Mio. € steigern. Im kommenden Jahr dürfte dann schon die 100 Mio. €-Umsatz-Marke fallen.

Diese hat Nanogate schon seit längerem als mittelfristiges Ziel ausgegeben. Wem dies zu hoch gegriffen erschien, der wurde spätestens mit den bärenstarken Halbjahres-Zahlen eines Besseren belehrt.

Weltkonzerne auf der Kundenliste

Die Kundenliste von Nanogate fällt schon beeindruckend aus. Allein bei den Kunden aus der Autoindustrie sind zahlreiche Weltkonzerne dabei, z. B. Volkswagen, BMW, Porsche, Opel und Chrysler.

Für BMW führt Nanogate beispielsweise unter anderem die Beschichtung von Head-up-Displays aus, die Informationen wie die aktuelle Fahrgeschwindigkeit in die Windschutzscheibe einblenden.

Zu den weiteren namhaften Kunden aus anderen Branchen zählen Siemens und Airbus.

Aktuelle Bewertung spiegelt die starken Perspektiven nicht ausreichend wider

Derzeit wird Nanogate an der Börse mit rund 116 Mio. € bewertet. Es wird nicht mehr lange dauern, dann entspricht dies dem Jahresumsatz, also einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 1.

Dies erscheint mir in Anbetracht der starken Wachstums-Dynamik sehr niedrig zu sein.

Beim Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sieht (noch) etwas anders aus: Das 2015er-KGV liegt bei rund 35. Das hört sich relativ hoch an, wird aber durch das starke Wachstum relativiert. Im kommenden Jahr dürfte das KGV bereits auf 22 sinken.

Dies ist immer noch nicht billig, aber aufgrund der hohen Wachstumsraten, der starken Marktposition und der Vielzahl von Weltkonzernen auf der Kundenliste, halte ich auch diesen Wert für ausbaufähig.

Unterm Strich bietet die Nanogate-Aktie in den nächsten Jahren deutlich mehr Chancen als Risiken. Falls Sie noch eine etwas spekulativere Depot-Beimischung suchen, sollten Sie sich die Aktie einmal genauer anschauen.


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22. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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