Nanogate setzt auf Elektro-Mobilität

Die Nanogate SE zieht den nächsten Großauftrag an Land. Dieses Mal stammt er von einem deutschen Autobauer. (Foto: Gitanna)

Der Nanotechnologie-Spezialist Nanogate hat heute einen spannenden Großauftrag aus der Automobilbranche gemeldet. Über das Unternehmen Nanogate habe in der Vergangenheit zwar schon einige Male berichtet.

Dennoch möchte ich Ihnen Nanogate noch einmal kurz vorstellen, bevor ich auf den neuen Großauftrag und die weiteren Perspektiven des Unternehmens eingehe.

Nanogate im Kurzportrait

Die Nanogate SE ist in Deutschland der Spezialist für innovative Oberflächen. So bietet Nanogate beispielsweise Beschichtungen für Kunststoff-Oberflächen an, die von der Optik her so edel wirken wie die Glasoberfläche des iPhones von Apple.

Der Vorteil der Nanogate-Oberflächen ist, dass sie kratz- und bruchfest sind. Auch die Witterungs- und Chemikalien-Beständigkeit von Oberflächen kann durch Nanogate-Technologie deutlich verbessert werden.

So verhindert sie z. B. die Bildung von Beschlag auf Helmvisieren, wodurch die Sichtverhältnisse und somit die Sicherheit eines Motorradfahrers stark verbessert werden. Darüber hinaus kommen die Nanogate-Technologien seit einiger Zeit auch vermehrt in der Automobilindustrie zum Einsatz.

Nanogate gewinnt spannenden Großauftrag

Das Unternehmen hat heute mitgeteilt, von einem renommierten (namentlich nicht genannten) deutschen Automobilhersteller mit der Entwicklung und Lieferung von designorientierten Kunststoffbauteilen für ein neues E-Auto beauftragt worden zu sein.

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Der Großauftrag umfasst ein kumuliertes Umsatzvolumen von 35 Mio. Euro und eine Laufzeit von 7 Jahren. Das Projekt startet im Herbst 2019 und das Fahrzeug, für das Nanogate die Kunststoffbauteile fertigt, soll ab 2020 erhältlich sein und auf Basis einer komplett neuen Plattform entstehen. Mit dem Großauftrag stärkt Nanogate seine vorhandene Auftragsbasis im dreistelligen Millionenbereich weiter.

Nach Einschätzung von Nanogate-Chef Ralf Zastrau bestätigt der Großauftrag gleich mehrfach die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Unter anderem stärkt das Projekt die Auftragsbasis im Bereich New Mobility, nachdem dort in der Vergangenheit erste Aufträge erhalten haben. Zugleich sieht Nanogate hier mittel- und langfristig erheblichen Bedarf der Automobilhersteller angesichts der vorherrschenden Megatrends.

Dieser Großauftrag ist darüber hinaus nicht der einzige, den das Unternehmen in diesem Jahr an Land ziehen konnte. Im Juni dieses Jahres hatte Nanogate bereits einen Großauftrag über bis zu 100 Mio. Euro für die Lieferung von Komponenten für Küchengeräte an einen renommierten US-Hersteller angekündigt.

Fazit: Großes Potenzial bei gleichzeitig höherem Risiko

Aufgrund der starken und zuletzt auch erfolgreichen Expansion (auch durch Übernahmen) bleibt die Nanogate AG aus meiner Sicht ein interessanter Wachstumswert. Zwar ist die Nanogate-Aktie aktuell mit einem hohen zweistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ambitioniert bewertet, doch das starke Wachstum relativiert die hohe Bewertung.

Eine Investition in die Nanogate-Aktie ist sicherlich mit einigen Risiken verbunden, dafür könnten hohe Gewinne winken, wenn das Unternehmen seine ambitionierten Wachstumsziele in Zukunft erreichen sollte und bei der Profitabilität zulegen kann.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.