Nasdaq auf Rekordjagd – folgt nun der Absturz?

Nicht nur der Dax ist 2015 auf Rekordkurs. Auch der US-Technologieindex Nasdaq verzeichnete am 23. April ein neues Allzeithoch – nach mehr als 15 Jahren.

So lange hat es gedauert, sich vom letzten Hype zu erholen, der das Barometer im März 2000 auf 5.048 Zähler steigen ließ. Kurze Zeit später platzte die berüchtigte Dotcom-Blase, massenweise verloren Anleger ihr Geld.

Nun hat der Nasdaq den alten Fluch gebrochen und eine neue Bestmarke gesetzt bei 5.109 Punkten. Das i-Tüpfelchen setzten die Quartalszahlen der Schwergewichte Google und Amazon, die kurz zuvor veröffentlicht worden waren.

Nicht wenige Anleger sind nun besorgt, dass sich die Geschichte wiederholen könnte und der Technologiesektor erneut vor einem Einbruch steht. Doch auch wenn sich zahlreiche Parallelen zur Jahrtausendwende finden lassen, hat sich doch auch vieles geändert seitdem.

Vieles hat sich verändert seit 2000

Nicht nur die Namen der Spitzenkonzerne wurden teilweise ausgetauscht – Apple spielte damals eine nachrangige Rolle, Google war noch nicht an der Börse und Facebook noch gar nicht erfunden. Darüber hinaus war auch die Bewertung eine völlig andere. Im Jahr 2000 lag das KGV, also das Kurs-Gewinn-Verhältnis, bei fast 200 – heute gerade mal bei 21.

Zugleich hat sich der Börsenwert des Nasdaq von 6,6 Billionen Dollar vor 15 Jahren auf mittlerweile 8,3 Billionen Dollar erhöht.

Vereinzelt wird dennoch vor einem Hype gewarnt. So läuft beispielsweise der Biotech-Sektor seit geraumer Zeit extrem gut, obwohl zahlreiche Unternehmen der Branche als eher riskante Investments gelten.

Apple als Taktgeber

Auch wurde der rasante Anstieg des Nasdaq in den vergangenen Jahren vor allem durch einen Konzern getragen: Apple. Mit einem Börsenwert von fast 760 Milliarden Dollar ist der iPhone-Hersteller längst das Maß aller Dinge an der Technologiebörse.

Die übrigen Big Player platzieren sich weit abgeschlagen dahinter: Google und Microsoft bringen es jeweils auf rund 388 Milliarden Dollar, Facebook und Amazon folgen mit einigem Abstand dahinter mit 230 beziehungsweise 207 Milliarden Dollar.

Kein Wunder also, dass die Blicke vor allem auf Apple gerichtet sind. Entgegen aller Negativprognosen, die insbesondere nach dem Tod von Firmengründer Steve Jobs im Herbst 2011 laut wurden, erfreuen sich der Konzern und seine Produkte größter Beliebtheit bei zahlreichen Anhängern weltweit.

Auf dieser Erfolgswelle surft auch der Nasdaq mit. Ausgelöst wurde sie durch die Markteinführung des iPhones im Jahr 2007, ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Karten werden ständig neu gemischt – gerade im Tech-Sektor

Und doch zeigt der Blick in die Vergangenheit, dass heute noch utopisch erscheinende Innovationen schon in wenigen Jahren als unverzichtbar gelten können. Kommt es zu einer solchen Umwälzung, werden die Karten binnen weniger Jahre neu gemischt.

Das gilt gerade und in besonderem Maße für den Technologiesektor. Apple und sein iPhone sind dabei nur ein Beispiel.

Doch auch wenn der Nasdaq inzwischen – gut eine Woche nach dem Rekord – schon wieder deutlich niedriger notiert bei rund 4.450 Zählern, spricht einiges dafür, dass es auch hier zu einer Rally mit weiteren neuen Höchstständen kommen könnte.

Bestes Kaufargument sind dabei nicht unbedingt die Unternehmenszahlen selbst, sondern die Rahmenbedingungen: Angesichts der dauerhaft niedrigen Zinsen bleibt kaum eine lukrative Alternative zur Aktie. Und der Technologiesektor ist nun einmal besonders beliebt.

2. Mai 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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