Nationalelf-Trikot ein Ladenhüter – doch die Adidas-Aktie steigt immer weiter

Ein neues Allzeithoch erreichte heute die Adidas-Aktie.

Im Fahrwasser des DAX – der deutsche Leitindex stieg zeitweise um gut 2% – kratzte die Aktie des führenden Sportartikel-Herstellers die Marke von 120 €.

Zum Vergleich: Im Herbst 2015 notierte sie bei 53 € und noch im vergangenen August bei 63 €.

In diesem Jahr ist die Adidas-Aktie zudem mit einem Kursanstieg um gut 36% der mit Abstand beste DAX-Wert.

Da verschmerzen die Anleger auch die jüngsten Nachrichten, dass sich das aktuelle Nationalmannschafts-Trikot derzeit als Ladenhüter erweist – die Preise von bis zu 85 € pro Stück schrecken anscheinend die Fußballfans ab.

Adidas-Fußballchef Markus Baumann sagte dem „Handelsblatt“ aber heute, dass er sich keine Sorgen um das EM-Geschäft mache.

Er setzt darauf, dass die (Kauf-)Begeisterung mit dem Anpfiff des Turniers am kommenden Freitag einsetzt.

Teile der Produktion kehren nach Deutschland zurück

Themenwechsel: Erst kürzlich hatte Adidas angekündigt, Teile seiner Produktion wieder zurück nach Deutschland zu holen.

Im Herbst sollen die ersten in einer robotergestützten Fabrik im fränkischen Ansbach hergestellten Laufschuhe in den Handel gehen.

Im kommenden Jahr startet dann die Serien-Produktion, mit der rund 1/2 Mio. Paar pro Jahr hergestellt werden sollen. Zudem ist der Aufbau weiterer Fabriken in den USA, Frankreich und Großbritannien geplant.

Bislang werden die Schuhe noch von Zulieferern in Asien gefertigt – zwischen Bestellung und Auslieferung verstreichen bis zu 90 Tage. Diese Zeit wird nun durch die Roboter-Produktion auf wenige Stunden verkürzt.

Kosten-Einsparungen sind also vorhersehbar – doch diese relativieren sich beim Blick auf die Gesamtzahl der allein 2015 produzierten Schuhe: 300 Mio. Paar.

Was aber für mich wichtig ist: Sie sehen, dass Adidas sich auf seinen jüngsten Erfolgen nicht ausruht, sondern an vielen verschiedenen Stellschrauben dreht, um sich angesichts des deutlich härter gewordenen Wettbewerbs zukunftssicher aufzustellen.

Kaufempfehlung bestätigt

Und das erkennen auch die Analysten: So setzte die Deutsche Bank gestern die Adidas-Aktie auf die „German Stock Ideas List“ und bestätigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 133 €.

Adidas, so das Bankhaus, profitiere weiterhin sowohl von der Stärke der gesamten Sportartikel-Branche als auch von seiner eigenen hervorragenden Aufstellung.

Doch sind tatsächlich noch weitere 10% Kurssteigerung möglich? Mittlerweile ist die Adidas-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26 im historischen Vergleich eher hoch bewertet.

Auch das Papier des direkten Wettbewerbers Nike notiert mit einem KGV von 21 deutlich günstiger.

7. Juni 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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