Nebenwert Verbio im Rally-Modus

Die mittelständische Verbio Vereinigte BioEnergie AG (kurz: Verbio) hat gestern die Ergebnis-Prognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 (bis Ende Juni) deutlich angehoben.

Die Verbio-Aktie legte daraufhin in der Spitze um mehr als 10% zu.

Bevor ich gleich im detail auf die neue Prognose und auf die Verbio-Aktie eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern kurz vorstellen, da ich davon ausgehe, dass längst nicht jeder von Ihnen Verbio kennt.

Verbio im Kurzportrait

Das heutige Unternehmen Verbio mit Sitz in Zörbig (Sachsen-Anhalt) wurde im Jahr 2006 gegründet und im selben Jahr an die Börse gebracht.

Die Anfänge des Konzerns reichen jedoch zurück bis ins Jahr 1995. Der damalige Gründer Claus Sauter leitet ihn noch heute.

Inzwischen produziert Verbio im großindustriellen Maßstab Biodiesel, Bioethanol und Biogas und setzt zur Herstellung seiner Kraftstoffe selbst entwickelte Produktions-Prozesse ein.

Das Unternehmen liefert seine Produkte direkt an die europäischen

  • Mineralöl-Konzerne,
  • Mineralöl-Handelsgesellschaften,
  • freien Tankstellen,
  • Speditionen,
  • Stadtwerke
  • und Fahrzeugflotten.

Die Produktions-Kapazität beträgt rund 470.000 t Biodiesel, 260.000 t Bioethanol und 600 Gigawattstunden Biomethan pro Jahr.

Die neue Prognose im Detail

Verbio hat am gestrigen Donnerstag die Ergebnis-Prognose für das Geschäftsjahr 2016/2017 deutlich angehoben.

Ausschlaggebend dafür sind nach Unternehmens-Angaben:

  • eine hohe Anlagen-Auslastung in Verbindung mit unerwartet sehr guten operativen Margen im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2016/2017,
  • die positive Preisentwicklung von Bioethanol in den vergangenen Wochen
  • sowie der aktuell gute Auftragsbestand für die 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2016/2017.

Unter Zugrundelegung des aktuellen Absatz- und Rohstoff-Preisniveaus sowie der angestrebten Produktions-Auslastung geht der Vorstand von Verbio davon aus, im Geschäftsjahr 2016/2017 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 90 Mio. € zu erzielen.

Zuletzt ging das Unternehmen lediglich von einem EBITDA in Höhe von 55 Mio. € für das Geschäftsjahr 2016/2017 aus.

Zudem wird der Ausbau der Netto-Cash-Position (Bankguthaben abzgl. Schulden) auf 120 Mio. € zum Geschäftsjahres-Ende erwartet. Hier ging Verbio zuvor von einem Wert von 88 Mio. € aus.

Die Entwicklung der Verbio-Aktie

Die Verbio-Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten eine wilde Achterbahnfahrt hinter sich:

Zunächst ist die Aktie von Mitte Januar bis Mitte April 2016 um über 90% von rund 4,50 auf rund 8,70 € gestiegen, um dann in der Folge bis Mitte September wieder um knapp 47% auf 4,65 € einzubrechen.

Heute notiert die Verbio-Aktie bei 8,75 € uns konnte damit seit Mitte September wieder um 88% zulegen.

Damit war die Verbio-Aktie rückblickend betrachtet in den vergangenen 12 Monaten eine ideale Trading-Position. Allerdings benötigte man dabei sowohl ein glückliches Timing als auch Nerven aus Stahl.

Wie es weitergeht, kann ich Ihnen an dieser Stelle nicht sagen. Ich gehe jedoch fest davon aus, dass die Verbio-Aktie auch in Zukunft nichts für Anleger mit schwachen Nerven sein wird.

Allerdings könnten sich für nervenstarke Anleger auch verhältnismäßig große Gewinn-Chancen ergeben.

13. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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