Negative Überraschungen aus der Eurozone

Negative Konjunkturüberraschungen in Deutschland: In der vergangenen Woche bestätigte sich dieser Trend auch mit Blick auf die gesamte Eurozone. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Aus deutschen Landen kamen ja in den vergangenen Wochen relativ schwache Daten. Wir berichteten ja mehrmals von enttäuschenden Zahlen vom Einzelhandel, einer schwachen Industrieproduktion und vergleichsweise schlechten Auftragseingängen des verarbeitenden Gewerbes.

Selbst die Dauer-Optimisten sprechen mittlerweile von einer deutlichen konjunkturellen Verlangsamung. Grund-Tenor bleibt aber nach wie vor, dass der Aufschwung vollauf intakt sei. Das betrifft im übrigen diesem Narrativ folgend auch die gesamte Eurozone. Ob dem aber wirklich nach wie vor so ist?!

Schwache Industrieproduktion ist erst der Anfang

Fakt ist nämlich, dass die jüngsten Daten aus der Eurozone alles andere als positiv ausfielen. Ganz im Gegenteil. Die Serie an negativen konjunkturellen Überraschungen hält auch in der Eurozone an. Völlig überraschend – zumindest für die Mehrheit der Beobachter – vermeldete am vergangenen Donnerstag das Statistikamt Eurostat, dass die Industrie in der Eurozone die Produktion im Februar überraschend stark zurückgefahren hat.

Die Industrieunternehmen des Währungsraums haben ihre Produktion im Monatsvergleich um 0,8 Prozent zurückgefahren, so Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg. Den dritten Monat in Folge ging es nun also schon bergab mit der Fertigung.

Das war allen voran in den großen Volkswirtschaften der Fall; aber nicht nur dort, denn vor allem in den baltischen Staaten Estland und Litauen sowie in Malta und Portugal wurde im Monatsvergleich deutlich weniger produziert. Die von den Agenturen vorab befragten Volkswirte wurden damit auf dem völlig falschen Fuß erwischt.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nämlich mit einem Plus von 0,1% gerechnet. Besonders pikant und auffällig ist ferner, dass es insbesondere bei Investitionsgütern,  also bei Maschinen und Anlagen, die als enorm wichtiger Gradmesser für die Konjunktur gelten, einen scharfen Rückgang von 3,6% gab. Das ist schon mehr als nur beachtlich.

Ja, liebe Leser, Reuters berichtet weiter, dass die jüngsten Konjunkturdaten aus Europa allesamt relativ ernüchternd ausfielen. Wie in deutschen Landen laufen die Geschäfte der Einzelhändler alles andere als berauschend. Aus einer Umfrage des Instituts IHS Markit geht weiter hervor, dass die Wirtschaft im europäischen Währungsraum zudem im März weiter an Schwung verloren habe.

Unter dem Strich ist es also mit dem oftmals propagierten Super-Boom in Europa nicht mehr weit her. Im Gegenteil, kaum jemand, ja fast niemand mag schon jetzt von der kommenden Krise, ja Rezession reden. Möglicherweise sind wir dieser schon viel näher, als es die meisten vermuten. Sorgen wir also vor und lassen uns bloß nicht wie die Ökonomen grob auf dem falschen Fuß erwischen…

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt