Negative Überraschungen für Konjunktur-Optimisten nehmen zu

Super-Boom, unendlicher Aufschwung, Überhitzung – so lauten derzeit immer noch die Schlagzeilen mit Blick auf die konjunkturelle Lage Deutschlands.

Niemand, aber auch wirklich niemand geht davon aus, dass es mit der Konjunktur auch wieder einmal in die andere Richtung gehen könnte.

Die Themen „Rezession“ oder „Wirtschaftskrise“ stehen vor der Bundestagswahl erst recht nicht auf der Agenda.

Interessant ist aber, dass es schon jetzt erste Hinweise – ja, Warnsignale! – dafür gibt, dass es konjunkturell zumindest schwieriger werden könnte.

Industrie verbucht Auftrags-Minus

Jüngst vermeldete zum Beispiel das Wirtschaftsministerium in Berlin, dass die deutsche Industrie mit einem überraschenden Auftrags-Minus ins Sommerquartal gestartet sei.

Bei den Unternehmen seien im Juli im Vergleich zum Vormonat 0,7% weniger Bestellungen eingegangen.

Im breiten Konsens erwarteten Ökonomen aber ein Auftrags-Plus in Höhe von 0,4%.

Konkret teilte das Ministerium mit, dass die Inlands-Bestellungen um 1,6% gefallen seien. Aus der angeblich boomenden Euro-Zone betrug das Auftrags-Minus 1%.

Die Nachfrage nach Investitions-Gütern sei um 0,7% rückläufig gewesen; die Auftrags-Eingänge für Vorleistungs-Güter fielen um 0,4 %, die für Konsumgüter um satte 3%.

Stagnation bei der Produktion

Des Weiteren wurde jüngst vom Statistischen Bundesamt mit Sitz in Wiesbaden mitgeteilt, dass die deutsche Industrie ihre Gesamt-Produktion im Juli nicht steigern konnte.

Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes sei den Statistikern zufolge auf dem Stand des Vormonats gewesen.

Analysten hatten dagegen einen Zuwachs um 0,5% erwartet. Die Stagnation folgt auf einen Rückgang um 1,1% im Juni.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich sind das Meldungen, die die These vom ewigen Super-Boom in deutschen Landen nicht wirklich untermauern.

Mit Blick auf das Auftrags-Minus der Industrie im Juli sagte der Analyst Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe:

Es habe sich einmal mehr bestätigt, dass die realen Daten mit der überaus guten Stimmung nicht mithalten können.

Negative Konjunktur-Überraschungen nach der Wahl zu erwarten?

Es sei unter dem Strich nicht verwunderlich, wenn insbesondere nach der Bundestagswahl negative Konjunktur-Überraschungen die Stimmung trüben würden.

Lassen Sie sich auf keinem Fall von der Optimismus-Rhetorik einlullen! Denn die ersten Anzeichen deuten schon auf eine Eintrübung bei der Konjunktur hin.

15. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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