Negativzinsen: Die Gefahr nimmt wieder zu

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Derzeit notiert auch die Umlaufrendite wieder im klar im negativen Bereich – die Gefahr von Negativzinsen auf Guthaben nimmt dabei wieder zu. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Niedrige Zinsen sind eine Tatsache schon seit etlichen Jahren. Ein wichtiger Indikator für die allgemeine Lage an den Finanzmärkten ist dabei immer wieder auch die Umlaufrendite. Sie spiegelt den Durchschnittszins für langlaufende Anleihen bester Bonität in Deutschland wider und lässt damit eine Aussage darüber zu, wie sich das Zinsniveau als Ganzes verhält.

Dabei müssen Sie wissen, dass die Umlaufrendite und damit das Zinsniveau schon seit Jahren permanent nach unten geht. Im Lauf des Jahres 2016 fiel sie sogar für einige Monate in den negativen Bereich. Danach drehte die Umlaufrendite aber wieder in den positiven Bereich – bis vor einigen Monaten.

Dann kam es zu einem klaren Trendwechsel. Jetzt hat die Umlaufrendite wieder den Wert von -0,28% erreicht und damit den niedrigsten Stand seit 2016. An den deutlichen Schwankungen erkennen Sie aber auch, dass im heutigen System Negativzinsen nicht dauerhaft möglich sind, weil niemand dazu bereit ist, Geld bei einer negativen Rendite zu investieren.

Hinzu kommt, dass auch die Geldanleger nicht ohne Weiteres dauerhafte Negativzinsen auf dem Bankkonto hinnehmen. Stattdessen halten sie ihre Guthaben lieber in Form von Bargeld, um den Negativzinsen auf dem Konto zu entgehen. Es ist also eine Grenze erreicht, die offensichtlich nicht dauerhaft überschritten werden kann.

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Abschaffung von Bargeld rückt immer näher

Doch wie die Diskussionen über das Bargeld zeigen, werden vor allem im Bereich der Politik schon intensiv Überlegungen angestellt, wie in einer kommenden Finanzkrise zur Stützung des Systems dauerhaft Negativzinsen durchgesetzt werden könnten. Das ist der Grund, warum so heftig über Bargeld und dessen angeblichen Beitrag zur Finanzierung von Kriminalität diskutiert wird.

Ich erwarte, dass bei der nächsten Finanzkrise eine deutliche Bargeldeinschränkung kommt, um zum einen Bankenpleiten und zum anderen das Ausweichen vor den dann kommenden Negativzinsen auf das Bargeld zu verhindern. Wie in Indien im November 2016, werden dann zuerst die großen Banknoten für ungültig erklärt. Die dortige Nacht- und Nebelaktion betraf auf einen Schlag 86 Prozent des Bargeldbestandes.

Deshalb rate ich Ihnen dazu, für den von mir empfohlenen Bargeldvorrat, sowie den Bargeldanteil für die Fremdwährungen nur Scheine in kleiner Stückelung zu verwenden. Das gilt sowohl für die Bestände in Euro als auch für die Bestände der Fremdwährungen – hier vor allem beim Schweizer Franken und der Norwegischen Krone.

Zudem sollten Sie im Alltag so oft wie möglich Bargeld einsetzen – auch das ist ein Signal für die Befürworter einer Bargeldabschaffung, die auch in Deutschland immer mehr Einfluss bekommen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.