Nemetschek-Aktie: Bausoftware-Anbieter glänzt mit starkem Wachstum

Bislang war der Nemetschek-Konzern eher Branchen-Insidern ein Begriff. Denn Europas größter Anbieter von Bausoftware ist unter den Kunden absolut gesetzt.

Nach dem fulminanten Kursanstieg der vergangenen 5 Jahre von über 700% interessieren sich aber auch immer mehr Anleger für die Aktie.

Denn mit einem Börsenwert von über 2,2 Mrd. € ist der Konzern schon lange keine kleine Nummer mehr.

Bis zu 80% Marktanteil im deutschsprachigen Raum

Die Marktposition von Nemetschek ist unbestritten. Mit einem Marktanteil von 80% in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört die Software des Konzerns quasi zum Standard für die Baubranche.

Die Zahl der Wettbewerber ist überschaubar. Der US-Konzern Autodesk ist neben einer Vielzahl kleinerer Marktteilnehmer der wichtigste Wettbewerber.

Hohe Wechselkosten führen zu hoher Kundenbindung

Dabei führen hohe Wechselkosten in Form neuer Lizenzen und der Aufwand, ein neues Programm zu erlernen, zu einer hohen Kunden-Loyalität.

Diese kommt in einer niedrigen Wechselrate von ca. 5% und weniger zum Ausdruck. Unterdessen sorgt der Konzern dafür, dass Architekten und Ingenieure schon frühzeitig mit der Software in Berührung kommen.

Diese erlernen die Software bereits frühzeitig an Hochschulen, auch kostenlose Studenten-Versionen tragen frühzeitig zur Affinität zur Software bei.

Um seine Marktstellung zu festigen, pumpt das Unternehmen richtig Geld in die Forschung und Weiterentwicklung der Produkte. Fast 20% der erzielten Erlöse fließen wieder in die hauseigene Entwicklungs-Abteilung.

Starkes Wachstum hält an

Die starke Marktstellung spiegelt sich in dem dynamischen Wachstumskurs der Firma wider. Im abgelaufenen Quartal kletterten die Umsätze um knapp 22% auf 83,8 Mio. € in die Höhe.

Besonders erfreulich: Den weitaus größten Teil des Anstiegs konnte der Software-Konzern aus eigener Kraft erzielen und benötigte dafür weder Zukäufe noch Währungs-Effekte.

Auch die Gewinn-Entwicklung zeigte sich stark: Dank eines Sonderertrags aus einem Rechtsstreit schnellte das Ergebnis um mehr als die Hälfte auf 24,2 Mio. € nach oben.

Damit setzt sich die Wachstums-Geschichte weiter fort: Lagen die Jahresumsätze im Jahr 2002 erst bei 105,5 Mio. €, wurden im letzten Geschäftsjahr bereits 285,3 Mio. € Erlöse erzielt.

Dabei zeigte sich das Unternehmen mit einer Gewinn-Marge von 12,58% hochprofitabel.

Konzernführung hält an Jahres-Prognose fest

Auf Grund der guten Ergebnisse hält die Firmenführung an der Jahres-Prognose fest. Das Management erwartet einen Umsatz zwischen 319 und 325 Mio. €.

Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll von 69,5 Mio. € im Jahr 2015 auf bereinigt 77 – 80 Mio. € ansteigen.

Bei beiden Kennziffern will Nemetschek das obere Ende der Spanne erreichen. Unterm Strich könnte aber auch ein Schnaps mehr drin sein. Denn bei der Prognose berücksichtigt das Management explizit keinerlei Zukäufe.

Dabei hat Nemetschek Wachstum über Akquisitionen bereits zum Firmenziel erklärt. Sie können sich also auf den einen oder anderen Zukauf einstellen.

Bewertung nach Kursanstieg bereits sehr ambitioniert

Nach dem rasanten Kursanstieg hat sich die Unternehmens-Bewertung bereits deutlich verteuert.

Zwar ist die Marktposition extrem aussichtsreich, da Nemetschek mit mehr als 300.000 Kunden und mehr als 1,2 Mio. Nutzern zu den führenden Playern gehört.

Aber dies spiegelt sich in dem deutlich gehobenen Bewertungs-Niveau bereits wider. Aktuell wird Nemetschek an der Börse mit dem 33-Fachen der erwarteten operativen Gewinne bewertet.

Allzu große Enttäuschungen sollte sich der Software-Spezialist also nicht leisten.

3. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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