Nemetschek: Warum die Aktie zu den Gewinnern der 0-Zinsen gehört

Aktien im Keller, Zinsen auf 0 – wer dieser Tage nach einer sinnvollen Möglichkeit zur Geldanlage sucht, kommt an Immobilien kaum vorbei.

Die Nullzins-Politik der Notenbanken und derzeit allen voran der Europäischen Zentralbank befeuert den Trend zum Eigenheim gleich in doppelter Hinsicht:

Einerseits werfen Spareinlagen wie Tagesgeld-Konten kaum noch etwas ab, andererseits sind Kredite so günstig wie nie.

Für durchschnittlich 1,8% konnten Bauvorhaben oder Immobilien-Käufe zuletzt finanziert werden – ein Umstand, der auch bei den sonst so sparwütigen Deutschen die Lust auf Verschuldung zu steigern beginnt.

Trendumkehr im Land der Mieter?

Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn wohnen die Deutschen noch vergleichsweise oft zur Miete: Mehr als die Hälfte aller Haushalte entfällt auf das Mietmodell, lediglich rund 40% leben im Eigenheim.

Das bietet zwar einerseits Vorteile wie räumliche Flexibilität – bei Bedarf kann man innerhalb von 3 Monaten umziehen.

Andererseits ist die monatliche Rate futsch – das Geld geht an den Vermieter statt in die eigene Tasche.

Drohende Alters-Armut und die steigende Notwendigkeit, privat für die Zeit nach dem Erwerbs-Leben vorzusorgen, untermauern den Trend zusätzlich.

Wer also clever vorsorgen und am besten noch von einer satten Wertsteigerung profitieren will, setzt derzeit auf Immobilien.

Gerade in den Boom-Regionen rund um die großen Metropolen kann der Kauf auf Kredit unterm Strich günstiger ausfallen als die horrenden Mieten, die vielerorts inzwischen verlangt werden.

Längst muss man auch jenseits des berüchtigten Münchens tief in die Tasche greifen, um den eigenen Wohnraum zu bezahlen.

Nemetschek profitiert vom Immobilien-Boom

Anleger, die den Aktien dennoch nicht den Rücken kehren wollen, können sich diesen Trend zunutze machen – indem sie auf Unternehmen setzen, die vom Immobilien-Boom profitieren.

Ein Beispiel liefert etwa die im TecDax gelistete Firma Nemetschek, die spezielle Software-Lösungen für Architekten anbietet.

Wie stark sich der Sektor entwickelt, zeigt sich nicht zuletzt an der glänzenden Jahresbilanz für 2015:

So hat Nemetschek im vergangenen Jahr seinen Umsatz um satte 30% steigern können auf gut 285 Mio. € – das ist ein neuer Rekordwert in der Geschichte des Unternehmens.

Auch das Betriebs-Ergebnis legte um 22% zu auf knapp 70 Mio. €, die operative Marge belief sich auf fast 25%.

Die Aktie markierte zum Jahres-Ausklang ein neues Allzeithoch bei 46,02 €. Von einem kurzen Rücksetzer hat sich der Kurs inzwischen erholt, zuletzt war das Papier für etwa 42 € zu haben.

Insgesamt hat die Nemetschek-Aktie einen beachtlichen Lauf hingelegt: Allein in den letzten 5 Jahren hat sich ihr Wert mehr als vervierfacht.

Analysten gehen daher davon aus, dass sich die Aktie vorerst auf ihrem aktuellen Niveau konsolidieren wird und empfehlen, das Papier zu halten.

Denn dass die Geschäfte auch in den kommenden Jahren gut laufen, daran hat kaum jemand einen Zweifel – Mario Draghi sei Dank.

1. April 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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