Nestlé erwacht: So bringt neuer Investor Schwung in die Aktie

Ein aktivistischer Investor fordert ein Aktienrückkauf-Programm – und Nestlé liefert prompt. Analysten sind skeptisch. (Foto: Craig Russell / Shutterstock.com)

Es gibt Aktionäre, die sind bei den Konzernchefs beliebt.

Dazu zählen etwa langfristig orientierte Investoren, die größere Anteile erwerben, sich über die erwirtschafteten Erträge freuen und sich aus den Strategie-Konzepten heraushalten.

Auch kleine Privat-Anleger, die ihre Ersparnisse aufbessern oder fürs Alter vorsorgen wollen, indem sie einen bunten Strauß verschiedener Aktien halten und Jahr für Jahr hübsche Dividenden mitnehmen, auch wenn der Kurs hier und da einmal nicht so läuft, sind gern gesehen.

Weniger erfreulich wird es jedoch, wenn Investoren einsteigen, die über eine gewisse Kapitalmacht verfügen – und dann Forderungen an das Management stellen.

Aktivistische Investoren, die versuchen, für die Aktionäre noch ein Stückchen mehr rauszuholen.

Das geht jedoch nicht selten zu Lasten des Konzerns – v. a. mit Blick auf dessen längerfristige Planungen.

Loeb entert Nestlé

Ein solcher aktivistischer Investor ist jetzt bei Nestlé eingestiegen.

Der US-Amerikaner Daniel Loeb mit seinem berüchtigten Hedgefonds Third Point hat kürzlich 40 Mio. Nestlé-Aktien im Wert von insgesamt 3,5 Mrd. Dollar erworben.

Mit 1,25% der Anteile ist er nun achtgrößter Aktionär des Lebensmittel-Konzerns – und fing auch sogleich an Forderungen zu stellen.

Loeb verlangt etwa den Verkauf von Firmen-Anteilen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Hierzu zählt beispielsweise die 23-prozentige Beteiligung am Kosmetik-Konzern L’Oreal, der 25 Mrd. € in die Kassen von Nestlé spülen würde.

Nestlé-Aktie: Gigantisches Rückkauf-Programm

Außerdem hätte Loeb gerne ein groß angelegtes Aktienrückkauf-Programm. Genau das hat Nestlé nun auch angekündigt.

Seit Anfang Juli läuft der Aktienrückkauf, der bis zum Jahr 2020 angesetzt ist mit einem Volumen von insgesamt 20 Mrd. Schweizer Franken.

Der Großteil des Rückkauf-Programms soll in den Jahren 2019 und 2020 abgewickelt werden.

Einige Beobachter werteten die Ankündigung dieses Schritts – gerade mit Blick auf die zeitliche Nähe zum Einstieg Loebs – als Einknicken von Nestlé vor den Forderungen des Investors.

Kurzfristig orientierte Anleger jubeln, doch es meldeten sich auch zahlreiche skeptische Stimmen zu Wort, die das Vorgehen und die Forderungen Loebs kritisierten.

Neuausrichtung in vollem Gang

So strebt Nestlé für die kommenden Jahre ohnehin erhebliche Umbauten an.

Der seit Anfang des Jahres amtierende Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider, der zuvor den Gesundheits-Konzern Fresenius gelenkt hatte, setzte bereits erste Akzente und kündigte etwa eine Neuausrichtung der Produktlinie an.

Weniger rentable Bereiche sollen sukzessive verkauft werden.

Der Fokus liegt stattdessen auf rentablen Sparten, Wachstumsmärkten wie Schwellenländern und dem Imagewandel weg vom Schokoriegel-Hersteller hin zum Superfood-Anbieter.

Bereits seit einigen Jahren forscht Nestlé in eigenen Labors an gesunden Nahrungsmitteln, die etwa bei der Prävention bestimmter Krankheiten helfen sollen.

Es sind also ohnehin strategische Neuerungen geplant. Loeb rennt also mit seinem Forderungs-Katalog bereits offenstehende Türen ein.

2017-07-07 Nestle


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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