Nestlé-Aktie: Bringt Kaffee neuen Wachstumsschub?

Die Nestlé-Aktie verbucht eine Nullrunde, Anleger werden unruhig. Der schweizer Lebensmittel-Riese muss nun liefern in Sachen Wachstum. (Foto: Craig Russell / Shutterstock.com)

An der Börse hat man’s nicht leicht, selbst als Weltmarktführer nicht.

Wenn man schon der Größte ist und trotzdem weiter wachsen soll, erfordert das kreative neue Wege. Zu beobachten ist dieses Schauspiel derzeit bei Nestlé.

Das Schweizer Nahrungsmittel-Unternehmen ist die weltweite Nr. 1 bei Lebensmitteln im Allgemeinen und Kaffee im Speziellen.

Doch beim organischen Wachstum hapert es seit einigen Jahren.

Pro Gesundheits-Food, contra Süßigkeiten

Um das zu ändern, hat man sich mit Ulf Mark Schneider Anfang des Jahres einen externen Manager an die Spitze geholt.

Schneider war zuvor lange Jahre beim deutschen Gesundheits-Konzern Fresenius tätig – eine Vergangenheit, die man ihm nun auch bei der Unternehmens-Führung von Nestlé anmerkt.

Schneider will die bereits zuvor eingeschlagene Richtung verstärken.

D. h., er will Nestlé in Sachen Gesundheits-Food positionieren und ein Stück weit wegführen von Süßigkeiten und anderen eher ungesunden Nahrungsmitteln.

Damit soll nicht nur das Image aufpoliert werden, sondern Nestlé reagiert damit auf Ernährungs-Trends, die sich gerade in den westlichen Industrienationen seit einigen Jahren breit machen.

Nach Jahren der ungesunden Überversorgung mit Süßem und Salzigem setzt nun vermehrt eine Gegenbewegung ein, die auf bewussteren Lebensstil und gesündere Nahrungsmittel setzt.

Es ist also kein Wunder, dass der eidgenössische Lebensmittel-Gigant hier Wachstums-Chancen wittert und sich entsprechend in Position bringen will.

Nestlé will Kaffee-Geschäft stärken

Doch darüber hinaus sieht Schneider auch in einigen klassischen Nestle-Geschäftsfeldern durchaus Wachstums-Potenzial.

Konkret benannte er kürzlich in einem Interview Kaffee, Tierfutter, Babynahrung und Wasser als Zukunfts-Säulen, auf die der Betrieb stärker bauen möchte.

Bezüglich Kaffee ist ein 1. Schritt unternommen: Für rund 1/2 Mrd. € hat sich Nestlé Mehrheits-Anteile am US-Edelkaffee-Röster Blue Bottle gesichert.

Ob man sich im Gegenzug von seiner Beteiligung am Kosmetik-Riesen L’Oreal trennen wird, wie es einige Investoren fordern, steht jedoch noch in den Sternen.

Um Anleger bei Laune zu halten, hat der schweizer Nahrungsmittel-Konzern immerhin schon ein großangelegtes Aktienrückkauf-Programm angekündigt:

In den kommenden 3 Jahren sollen Aktien im Wert von 20 Mrd. Franken zurückgekauft werden.

Nestlé-Aktie schwächelt

Einige Beobachter werteten den Schritt als 1. Reaktion auf den Einstieg des aktivistischen Investors Daniel Loeb.

Dieser hält mit seinem Hedgefonds Third Point seit wenigen Monaten etwa 1,25% an Nestlé und übt seitdem offensiv Druck auf die Firmenführung aus.

Tatsächlich können die aktuellen Geschäftszahlen kaum überzeugen:

Im 1. Halbjahr 2017 sind die Erlöse um gerade einmal 2,3% gestiegen auf 43 Mrd. Franken. Die Prognose für das Gesamtjahr sieht nicht wesentlich besser aus.

Anleger, die vor 1 Jahr eingestiegen sind, verbuchen derzeit eine Nullrunde: Die Nestlé-Aktie bewegt sich mit 70 € oder 80 Franken ziemlich genau auf dem Niveau von vor 12 Monaten.

Analysten sehen derzeit ebenfalls nur begrenztes Kurs-Potenzial:

  • Im Schnitt trauen sie dem Papier einen Anstieg auf etwa 86 Franken zu.
  • Das höchste Kursziel liegt derzeit bei 95 Franken (S&P Capital), stammt aber von Ende Juni, als die Aktie gerade ihr bisheriges Jahreshoch bei 86 Franken erreicht hatte.
  • Aktuellere Studien gehen von maximal 94 Franken aus (Goldman Sachs).

2017-09-21 Nestle


Passives Einkommen 2018

Sichern Sie sich jetzt gratis den Sonder-Report: “Wie Sie mit diesen 3 dividendenstarken ETFs gleich doppelt verdienen” und erfahren Sie exklusiv, welche Aktien in Ihrem Depot nicht fehlen sollten!

Hier klicken und erfahren wie Sie gleich doppelt verdienen und Gewinne vor dem Staat schützen...


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt