Nestlé-Aktie günstig: Seltene Gelegenheit für defensive Anleger

Die Nestlé-Aktie hat sich ein Stück weit von ihrem Jahreshoch entfernt. Dennoch ist die Dividenden-Perle aus Sicht von Analysten ein Kauf. (Foto: Bborriss.67 / Shutterstock.com)

Es gibt Konzerne, an denen kommt so gut wie keiner vorbei. Nestlé ist so ein Kandidat.

Der Schweizer Lebensmittel-Gigant ist die weltweite Nr. 1 in seinem Metier – und das mit einigem Abstand zur Konkurrenz.

Allein Produkte der Marke Maggi finden sich in fast jedem Haushalt – und das nicht nur in Europa, sondern auch global betrachtet.

Der Börsenwert des Nahrungsmittel-Herstellers beläuft sich inzwischen auf stolze 224 Mrd. € – Tendenz: steigend.

Nestlé –  Ein defensiver, verlässlicher Wert

Als defensiver, grundsolider Wert mit zuverlässiger Dividende zählt Nestlé zu den gefragtesten Aktien überhaupt.

Zwar sind keine exorbitanten Kurssprünge zu erwarten wie bei manch einem Start-up aus dem Silicon Valley.

Doch wer auf Verlässlichkeit und ein langfristiges Investment mit starker Geschäfts-Grundlage setzt, wird bei den Schweizern fündig.

Denn gegessen und getrunken wird bekanntlich immer, v. a. getrunken:

Kaffee und Wasser bilden nicht nur die stärksten Bereiche, sondern sollen – neben Baby- und Tiernahrung – auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Neues Image – stärkeres Wachstum?

Zur Disposition steht dagegen das US-Süßwaren-Geschäft, das in letzter Zeit weniger lukrativ war und außerdem schlecht zum neu gewählten Image des Konzerns passt:

Nestlé will sich als Gesundheits-Food-Produzent einen Namen machen und auch insgesamt stärker auf gesündere Produkte setzen.

Damit reagieren die Schweizer auf veränderte Ernährungs-Gewohnheiten und Trends, insbesondere in der westlichen Bevölkerung.

Gesündere Ernährung, weniger künstliche Zusatzstoffe, mehr Nachhaltigkeit, Verzicht auf tierische Produkte – all das zählte angesichts von Schokoriegeln, Tiefkühl-Gerichten und Tüten-Suppen im Sortiment bislang nicht zu den assoziierten Kernkompetenzen von Nestlé.

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Doch das soll sich in Zukunft gründlich ändern.

Immerhin hat mit Ulf Mark Schneider ein ehemaliger Manager des deutschen Gesundheits-Konzerns Fresenius bei Nestlé das Ruder übernommen.

Er versteht es auch, den aktivistischen Investor Daniel Loeb ein Stück weit in Schach zu halten.

Dieser hat im Sommer mit seinem Hedgefonds Third Point für 3,5 Mrd. Dollar Nestlé-Anteile gekauft und hält seither 1,25% der Aktien.

Vorerst kein L’Oréal-Verkauf

Loeb forderte stärkere Margen sowie eine Beschleunigung des Aktienrückkauf-Programms. Zumindest Letzteres hat er bereits durchsetzen können.

In Sachen operatives Wachstum war Nestlé in den vergangenen Jahren allzu oft an den eigenen Zielvorgaben gescheitert.

Ein Verkauf des 23%igen Anteils am französischen Kosmetik-Konzern L’Oréal, den Loeb ebenfalls auf der Wunschliste stehen hat, steht demgegenüber bislang nicht auf der Agenda der Schweizer.

Nestlé-Aktie: Da geht noch etwas

Unter dem Strich hat sich die Nestlé-Aktie weiter stetig nach oben gekämpft, auf Jahressicht notiert sie aktuell rund 12% im Plus.

Zwar hat sie sich von ihrem Jahreshoch ein Stück weit entfernt, denn Ende Juni steuerte sie auf die 80-€-Marke zu.

Doch auch zu ihrem aktuellen Kurs von gut 72 € oder 84 Franken ist sie alles andere als überbewertet.

Analysten trauen ihr durchaus einen weiteren Anstieg zu: Die Mehrheit der aktuellen Studien rät zum Kauf der Nestlé-Aktie, die Kursziele liegen dabei nicht selten jenseits der 90 Franken.

2017-11-10 Nestle


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.