Nestlé-Aktie: Der Geheimtipp in der Krise

Nestlé hat „Liefer-Schwierigkeiten“:

Nicht mit einem seiner zahlreichen Produkte, aber zumindest mit Blick auf die selbst gesteckten Ziele haben die Schweizer schon länger nicht mehr das geliefert, was sie eigentlich wollten…

Auch die Erwartungen von Anlegern und Analysten wurden in den vergangenen Jahren reihenweise verfehlt.

Das lässt sich mittlerweile nicht nur in etlichen Quartals-Bilanzen nachlesen, sondern auch am Aktienkurs:

Nestlé-Aktie: Kurs-Turbulenzen

Die Nestlé-Aktie hat ein schwieriges Jahr hinter sich:

Im vergangenen Herbst ging es steil abwärts, im Dezember ein gutes Stück nach oben, und dann trat der Kurs monatelang auf der Stelle.

Ausgerechnet die Sommermonate, an denen am Parkett traditionell eher Flaute herrscht, bescherten dem Papier sein derzeitiges Jahreshoch.

Dieses wurde Ende Juni bei knapp 80 € oder gut 85 Franken erreicht.

In Frankfurt ist der Kurs seither ein ganzes Stück abgerutscht: Zuletzt verteidigte die Nestlé-Aktie die 70-€-Linie und kostete damit in etwa so viel wie vor 1 Jahr.

In der Heimat fiel der jüngste Kurs-Knick nicht ganz so dramatisch aus:

Hier behauptet sich die Nestlé-Aktie oberhalb von 80 Franken und wird damit immerhin noch gut 4% höher gehandelt als vor Jahresfrist.

Analysten stufen die aktuelle Kurs-Schwäche jedoch überwiegend als günstige Kaufgelegenheit ein – und rechnen der Nestlé-Aktie noch einiges Aufwärts-Potenzial aus.

Aktuelle Studien, die das Papier zum Kauf empfehlen, setzen das Kursziel bei 88 Franken (Citigroup) – 95 Franken (Goldman Sachs) an.

Zukunfts-Termin Ende September

Der Optimismus hat gleich mehrere Gründe, der wichtigste ist ein anstehender Termin Ende September:

Beim Investorentag am 26. September wird Ulf Mark Schneider, der den weltgrößten Lebensmittel-Konzern seit Anfang des Jahres leitet, seine umfassenden strategischen Zukunfts-Pläne vorstellen.

Neben einem Sparprogramm zur langfristigen Kostenr-Reduzierung soll Nestlé insgesamt schlanker und agiler werden.

Verschlankt werden dürfte auch das Portfolio, im doppelten Sinne:

  • Einerseits steht der Verkauf verschiedener Bereiche potenziell auf der Agenda. Schon seit -Längerem wird darauf spekuliert, dass der Weltkonzern seine Anteile am französischen Kosmetik-Hersteller L’Oreal abstößt.
  • Andererseits dürfte das Großunternehmen auch bei Lebensmitteln auf eine schlankere Linie setzen: Das Süßwaren-Geschäft läuft eher schleppend, stattdessen bastelt Nestlé bereits seit geraumer Zeit an Gesundheits-Food, das gezielt bei der Gesundheits-Prophylaxe helfen soll.

Überhaupt soll das Image ein bisschen gesünder werden, immerhin kommt Schneider vom Gesundheits-Konzern Fresenius.

Der Mann ist vom Fach – und seine Handschrift wird wohl ab Herbst auch bei Nestlé deutlicher zutage treten.

Auch Daniel Loeb hat neuerdings ein Wörtchen mitzureden

Als weiterer Kurstreiber könnte sich der Einstieg des aktivistischen Investors Daniel Loeb erweisen.

Denn dieser hat neben dem L’Oreal-Verkauf auch ein Aktienrückkauf-Programm zur Kurs-Pflege eingefordert.

Man darf also gespannt sein, wie viel auch von seinen Forderungen Berücksichtigung finden wird in dem Strategie-Programm, das der Konzern in wenigen Wochen vorstellt.

2017-08-31 Nestle

1. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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