Nestle-Aktie: Lebensmittelkonzern kann Preiserhöhungen durchsetzen

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hat gerade wieder ein neues Allzeithoch markiert.

Mittlerweile bringt es das Schwergewicht auf eine Börsenbewertung von 237 Mrd. €. Auf Sicht der vergangenen 5 Jahre hat sich der Aktienkurs damit mehr als verdoppelt.

Kann die operative Entwicklung mit der Aktien-Performance Schritt halten? Wie macht sich die deutlich stärkere Heimatwährung bemerkbar?

Zahlen im Rahmen der Analysten-Erwartungen

Nestle konnte das organische Umsatzwachstum, also um Devisenkurse und Übernahmen bereinigt, um immerhin 4,4% im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum steigern.

Davon gingen alleine 2,5% auf das Konto von Preiserhöhungen. Ein großer Teil der Steigerungen wurde jedoch durch Währungs-Verluste wieder aufgezehrt.

Denn der stark gestiegene Schweizer Franken macht die Produkte im Ausland deutlich teurer. Unterm Strich kletterten die Erlöse damit nur um 1/2% auf 20,9 Mrd. Schweizer Franken.

Zur Gewinn-Entwicklung konnten sich die Anleger hingegen noch kein Bild machen. Der Konzern veröffentlicht seine Gewinnzahlen nämlich nur halbjährlich.

Insbesondere in den Schwellenländern lief das Geschäft rund. Hier verzeichnete Nestle Zuwächse von 6,7%, während in den Industriestaaten 2,5% erreicht wurden.

Dabei halfen dem Lebensmittel-Giganten auch die frühen Osterfeiertage. Nicht ganz so erfreulich liefen allerdings die Geschäfte im wichtigen chinesischen Markt.

Konzernumbau soll rasch vorangetrieben werden

Nestle will sich fit für die Zukunft machen. Denn der Wettbewerb ist groß. Insbesondere die großen Konkurrenten Danone und Unilever versuchen Nestle Marktanteile abzunehmen.

Auch Großfusionen sorgten zuletzt für Aufsehen. Vor rund einem Monat haben der Ketchup-Hersteller Heinz und Kraft Foods die Fusion zum drittgrößten Nahrungsmittel- und Getränke-Konzern Nordamerikas bekanntgegeben.

Deshalb kündigte Nestle-Präsident Peter Brabeck-Lemathe die Sanierung oder den Verkauf von schwächelnden Sparten an. Der größte Teil der Diätsparte Jenny Craig wurde bereits veräußert.

Ebenso erfolgte der Verkauf der Sportnahrungs-Marke Power Bar und der Juicy-Juice-Fruchtsäfte. Darüber hinaus ist der Verkauf der Tiefkühlkost-Tochter Davigel geplant.

Dividende zum 20-igsten Mal in Folge erhöht

Bei der Nestle-Aktie handelt es sich um einen wahren Dividenden-Aristokraten. Der langfristigen Unternehmens-Politik folgend soll die Ausschüttung auf 2,20 Schweizer Franken erhöht werden (Vorjahr: 2,15 Schweizer Franken).

Damit setzt sich die beeindruckende Historie fort. Seit 1942 hat der Schweizer Konzern nie seine Dividende gesenkt. Seit nunmehr 20 Jahren wurden die Ausschüttungen sogar Jahr für Jahr erhöht.

An den Geschäftszielen für das laufende Jahr hält die Unternehmens-Führung unterdessen fest. Die Konzernführung erwartet ein organisches Wachstum von 5%. Im Gegenzug soll die Rentabilität weiter verbessert werden.

Die Anleger nahmen die Zahlen mit Erleichterung auf. Der Konzern ist bei vielen Anlegern auf Grund seines defensiven Geschäftsmodells beliebt.

Mit einer Gewinnmarge von über 15% zeigt sich das Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz zudem sehr profitabel (Unilever: 10,6%; Danone: 5,2%).

20. April 2015

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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