Nestlé-Aktie tiefrot: Diese Zahlen enttäuschen Anleger

Das 1. Halbjahr muss als „enttäuschend“ verbucht und abgehakt werden.

Der weltgrößte Nahrungsmittel-Konzern Nestlé hat sowohl seine eigenen als auch die Erwartungen von Analysten und Anlegern im 1. Halbjahr nicht erreicht.

Der Umsatz legte in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um lediglich 2,3% zu auf 43 Mrd. Schweizer Franken.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging wegen Kosten, die der Konzern-Umbau verursacht, zurück auf 6,45 Mrd. Franken.

Dass der Netto-Gewinn um stolze 19% auf 4,9 Mrd. Franken zulegen konnte, erscheint nur auf den 1. Blick erfreulich.

Denn das starke Plus erklärt sich durch niedrige Vorjahreswerte, die durch einmalige Sondereffekte belastet gewesen sind.

Gutes Wetter – schlecht für Nestlé

Belastend wirkte sich für etliche Produkte aus dem Hause Nestlé etwa das heiße Wetter im Juni aus.

Denn hierdurch ging beispielsweise in Europa die Nachfrage nach Suppen, Pizza und Kaffee deutlich zurück.

Da sich das Unternehmen das Eisgeschäft inzwischen mit R&R teilt, kann Nestlé in diesem Bereich nicht mehr so stark profitieren wie früher.

Hinzu kommt, dass die Lebensmittel-Preise nicht so stark, wie von Anlegern erhofft, angehoben wurden.

Und so hat der Lebensmittel-Konzern einmal mehr seine selbstgesteckten Ziele in Sachen organisches Wachstum verfehlt.

Zudem wurde die Prognose für das Gesamtjahr negativ präzisiert:

Man rechne mit einem Umsatz-Plus in der unteren Hälfte der bislang angestrebten Wachstums-Spanne zwischen 2 und 4%, hieß es.

Nestlé-Aktie auf Talfahrt

Anleger reagierten alarmiert und warfen die Nestlé-Aktie aus ihren Depots; seit das Papier Ende Juni ein Rekordhoch bei gut 79 € erreicht hat, ging es kräftig abwärts.

Auf Monatssicht hat die Aktie inzwischen rund 6% eingebüßt und kostete zuletzt nur noch rund 72 €.

Auch der aktivistische Investor Daniel Loeb, der kürzlich einen Anteil von 1,25% an Nestlé-Aktien erworben hatte, forderte das Management nach Bekanntgabe der Halbjahres-Zahlen zum Handeln auf.

Neben einer höheren Rendite verlangt er einen Aktienrückkauf sowie den Verkauf des 23%igen Anteils von Nestlé an dem französischen Kosmetik-Riesen L’Oreal.

Analysten bleiben zuversichtlich

Zumindest in Sachen Aktienrückkauf sind ihm die Schweizer bereits entgegengekommen; bis 2020 will die Firma eigene Aktien im Wert von 20 Mrd. Franken zurückkaufen.

Strategische Zu- und Verkäufe zur Stärkung der eigenen Position gelten darüber hinaus als immer wahrscheinlicher.

Analysten zeigten sich zuletzt trotz allem zuversichtlich und empfahlen die Nestlé-Aktie mehrheitlich zum Kauf.

Die Kursziele liegen dabei häufig jenseits der Marke von 90 Franken und gehen rauf auf bis zu 95 Franken (Goldman Sachs).

Mit rund 82 Franken notierte das Papier zuletzt deutlich darunter. Langfristig orientierte Anleger können den jüngsten Rücksetzer als Einstieg nutzen.

2017-08-03 Nestle


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5. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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