Nestlé-Aktie: Mit diesen Schritten zurück in die Erfolgsspur

Seit Jahren stehen die Schweizer von Nestlé unter Beschuss:

Die Wachstumsraten sind erheblich geschrumpft und hinken seit etlichen Quartalen den selbstgesteckten Zielen hinterher, und auch die Aktie dümpelt eher vor sich hin.

Es ist die Kehrseite der Medaille, wenn man bereits global vertreten ist und eine starke Marktposition behauptet:

In Sachen Wachstum sind irgendwann Grenzen gesetzt, denen man kreativ begegnen muss.

So versucht es derzeit auch Ulf Mark Schneider, ehemals Manager beim Gesundheits-Konzern Fresenius und seit Anfang des Jahres Chef beim weltgrößten Nahrungsmittel-Konzern.

Umfassende Strategie

Schneider hat dieser Tage seine umfassende Strategie vorgestellt, um Nestlé bis zum Ende des Jahrzehnts wieder auf Wachstumskurs zu bringen – und zugleich auch noch die Margen üppiger ausfallen zu lassen.

Bis 2020 soll sich das Umsatz-Wachstum wieder im mittleren 1-stelligen Bereich bewegen, die bereinigte Ergebnis-Marge soll bei 17,5 – 18,5% liegen.

Um beides – v. a. parallel – zu erreichen, sind Kraftanstrengungen erforderlich. Dementsprechend plant Nestlé gleich an mehreren Stellschrauben zu drehen.

Neue Ernährungs-Trends zwingen Nestlé zum Umdenken

Da wäre zunächst einmal ein groß angelegtes Sparprogramm, mit dem der Konzern seine Kosten bis 2020 um 2 – 2,5 Mrd. Franken senken will.

Gleichzeitig soll die Produkt-Palette neu justiert werden:

Wachstumsträchtige Bereiche wie Kaffee, Tier- und Babynahrung sollen gestärkt und ausgebaut werden. Dafür sind auch Investitionen und Zukäufe geplant.

Andererseits will man sich von weniger starken Bereichen trennen. Zur Disposition steht etwa das Süßwaren-Geschäft, das seit einiger Zeit nicht mehr so viel abwirft.

Die Ernährungs-Trends der Kunden, die weniger auf Fertigprodukte und stärker auf frische Nahrungsmittel setzen, machen den Schweizern zunehmend zu schaffen.

Um der neuen, gesundheitsbewussten Ernährungsweise entgegenzukommen, plant Nestlé schon seit Längerem den Einstieg in Sachen Health food.

Auch hier könnten Sparten anderer Unternehmen aufgekauft und integriert werden.

Nestlé-Aktie: Kurzer Aufwärts-Ruck

Anleger sollen darüber hinaus mit einem umfassenden Aktienrückkauf-Programm bei Laune gehalten werden.

Und tatsächlich scheint auch das strategische Gesamtpaket an der Börse auf Gegenliebe zu stoßen.

Die Nestlé-Aktie machte in Folge der Präsentation jedenfalls erst einmal einen Satz nach oben. Dennoch lässt die Performance zu wünschen übrig.

Von ihrem bisherigen Jahreshöchstwert, den die Aktie Ende Juni bei gut 79 € markiert hat, ist sie inzwischen wieder ein ganzes Stück entfernt:

Zuletzt wurde das Papier zu knapp 71 € oder 81 Schweizer Franken gehandelt.

Einem Verkauf der Anteile am französischen Kosmetik-Konzern L’Oreal erteilte die Konzernführung rund um Schneider eine Absage.

Den hatte der aktivistische Investor Daniel Loeb mit seinem Hedgefonds Third Point kurz nach seinem Einstieg bei Nestlé in diesem Sommer gefordert.

Analysten waren zuletzt wieder eher freundlicher gestimmt; sie trauen der Nestlé-Aktie einen Anstieg auf bis zu 95 Franken zu.

Allerdings wird sich erst noch zeigen müssen, ob Nestlé diesmal auch wirklich hält, was der Chef verspricht – und die Ziele nicht wieder zu ambitioniert ausfallen.

2017-09-29 Nestle

3. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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