Nestle nach dem Rücksetzer: Langfrist-Anleger sollten die Nerven behalten

Nachdem Anfang März die Aktie ein neues Allzeithoch markierte, verließen die Kräfte das Papier und Nestle fiel auf aktuell 50 Euro zurück. (Foto: Craig Russell / Shutterstock.com)

Das erste Halbjahr 2013 war für die Nestlé-Aktionäre wenig zufriedenstellend. Nachdem Anfang März die Aktie ein neues Allzeithoch markierte, verließen die Kräfte das Papier und Nestle fiel auf aktuell 50 Euro zurück.

Auslöser war, dass der erwartete Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr nicht so hoch ausgefallen war, wie von Analysten erwartet.

Der Umsatz stieg zwar im Vergleich zum Vorjahr um gut 5% auf 45,2 Mrd. Schweizer Franken (CHF), blieb aber unter den Erwartungen der Experten.

Sowohl in Europa als auch in den Schwellenländern waren die Gewinne geringer als erhofft. Die Schweizer bekamen die Wirtschaftsflaute zu spüren und erwarten weiterhin ein schwieriges Umfeld in Europa.

Langzeitanleger können darüber hinwegsehen und sind weiterhin in der Gewinnspur. Selbst ohne Dividenden haben die Aktionäre seit 2003 einen Kursgewinn von rund 200% erzielt und Nestlé bleibt auch weiterhin eine Top-Adresse für langfristig orientierte Anleger.

Nestlé: Übernahmen als wichtige Strategie-Säule

Der Schweizer Konzern bildet seinen Erfolg auf zwei Pfeilern. Die hohe Innovationskraft im Lebensmittelbereich verbunden mit einem ausgezeichneten Verbraucherverständnis verleiht organisches Wachstum – und die Übernahme-Strategie in Wachstumsmärkten erschließt neue Chancen.

Nestlé wächst jedes Jahr. Auch dieses Jahr meldete der Nestlé-Vorstand um Paul Bulcke einen organischen Geschäfts-Anstieg von 4,1%.

Dies ist auf dem hohen Niveau, dass bereits erreicht wurde beachtenswert auch wenn Nestle damit hinter der Konkurrenz (Danone +6% ; Unilever +5%) etwas zurückbleibt.

Neben dem organischen Wachstum, das 2013 bei 5% liegen soll, sorgt auch die Übernahme-Strategie der Schweizer für mehr Gewinn. Wie in den vergangenen Jahren werden weiterhin gewinnsteigernde Unternehmen in die Nestle-Familie aufgenommen werden.

Nestles Milliarden-Übernahmen in den vergangenen sechs Jahre

Die Akquisitionen der vergangenen Jahre dienten vor allem der Ausbreitung in der wachstumsstarken Region Asien sowie dem Ausbau der Marke in den Kernmärkten.

2007 kauften die Schweizer für 5,5 Mrd. US $ den Kindernahrungsmittelhersteller Gerber von Novartis. Durch die Übernahme wurde Nestlé weltweit zum größten Hersteller von Babynahrungsmitteln.

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Im Jahr 2010 stieg Nestlé zum Tiefkühlpizzahersteller Nummer eins auf. Für 3,7 Mrd. US $ kaufte Nestlé von Kraft Foods das Tiefkühlpizza-Geschäft.

Im vergangenen Jahr kaufte Nestlé das Babynahrungs-Geschäft des Pharma-Riesen Pfizer für 12 Mrd. Dollar. Dadurch möchte der Schweizer Konzern besonders in den Schwellen- und Entwicklungsländern wachsen.

Unterstützt wurde die Wachstumsstrategie in den Schwellenländernn durch zwei Mehrheitsübernahmen in China. Nestle sicherte sich für mehrere Milliarden 60% an Hsu Fu Chi und Yinlu Foods.

Die Übernahmen haben aktuell aufgrund geringerer als erwartet ausgefallener Wachstumsraten in den Schwellenländern noch nicht das volle Potenzial entfaltet. Langfristig betrachtet sind die Zukäufe jedoch richtige Entscheidungen gewesen.

Strategie schafft Mehrwert für Nestle-Investoren und hohe Gewinne für die Aktionäre des Übernahme-Kandidaten

Die zurückliegenden Übernahmen und die kommenden  Übernahmen werden dazu beitragen, dass die Nestle-Erfolgsstory noch lange weiter gehen wird – auch wenn es zwischenzeitlich zu Rücksetzern kommen kann.

Langfrist-Investoren brauchen sich nicht sorgen, dass die Aktie nach dem Allzeithoch im März zurückgefallen ist.

Das nächste Allzeithoch kommt bestimmt und Nestle hat erfahrungsgemäß die Kraft, in schwachen Börsenphasen besser abzuschneiden als der Gesamtmarkt.

Doch nicht nur Nestle und die Investoren des Schweizer Nahrungsmittel-Konzerns profitieren von den durch Übernahmen geschaffenen Werten. Auch die Aktionäre der Übernahme-Kandidaten profitieren.

Bei einem Deal wird erfahrungsgemäß ein hoher Aufschlag auf den Aktienkurs gezahlt, damit die Investoren ihre Anteile an den Bieter abgeben.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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