Nestle verdient mehr als erwartet: Was Aktionäre tun sollten

Von den Irrungen und Wirrungen der Konjunkturentwicklung weitgehend abgekoppelt, gelten Konsumgüter- und Nahrungsmittelkonzerne mit starken Marken und breitgefächertem Produktportfolio den Aktionären meist als sichere Bank.

Dieser Erwartungshaltung wird auch Nestle wieder einmal gerecht. Die Zahlen der Schweizer für 2014 sind zwar nicht überragend gut, aber immerhin liegen sie teils deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Die Bilanz für die ersten neun Monate war noch recht verhalten ausgefallen, sodass die Prognosen bereits heruntergeschraubt wurden. Doch im vierten Quartal konnte Nestlé noch einmal ordentlich drauflegen.

Nestle macht mehr Gewinn bei rückläufigem Umsatz

Bemerkenswert ist auch die Gewinnsteigerung auf 14,5 Milliarden Franken – trotz eines Umsatzrückgangs um 0,7 Prozent auf 91,6 Milliarden Franken. Dieser Effekt ist allerdings vor allem der Reduzierung der Anteile am französischen Kosmetikkonzern L’Oréal im Februar 2014 geschuldet.

Dennoch waren beide Werte – sowohl der rückläufige Umsatz als auch der höhere Gewinn – besser als gedacht. Beobachter hatten mit Umsatzeinbußen von 0,8 Prozent und einem Gewinn von lediglich 10 Milliarden Franken gerechnet.

Das organische Wachstum fiel mit 4,5 Prozent allerdings etwas schwächer aus als erhofft. Es ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Für 2015 hat man sich bei Nestlé vorgenommen, wieder 5 Prozent organisches Wachstum zu erreichen.

Unempfindlich gegenüber Franken-Beschluss der SNB

Zumindest die Entscheidung der Schweizer Notenbank, die im Januar überraschend die Koppelung des Schweizer Franken an den Euro aufgegeben und damit für einige Turbulenzen an den Finanzmärkten gesorgt hatte, belastet Nestlé kaum.

Zwar wird die Bilanz in Franken ausgewiesen, sodass Währungseffekte sich hier niederschlagen können. Doch fundamental fällt der Franken kaum ins Gewicht: Nestlé verkauft seine Produkte nicht nur weltweit, sondern produziert diese auch rund um den Globus, sodass 98 Prozent der Waren außerhalb der Schweiz gefertigt und veräußert werden.

Eine Herausforderung stellt die regionale Verteilung des Erfolgs dar. Während das Geschäft in Nord- und Südamerika gut lief, schwächelten im vergangenen Jahr die Märkte in Europa und Asien. Hier wird Nestlé im neuen Jahr nachjustieren müssen.

Analysten zwiegespalten

Die Einschätzungen der Analysten gehen derweil weit auseinander. Die meisten empfehlen, die Aktie zu halten, allerdings gibt es daneben sowohl Kauf- als auch Verkaufsempfehlungen. Die Kursziele variieren zwischen 60 und 80 Schweizer Franken, der Schnitt liegt bei etwa 71 Franken.

Zuletzt notierte die Aktie oberhalb dieser Marke bei gut 75 Franken. In Euro lag der Kurs nach einem fulminanten Anstieg seit Jahresbeginn bei etwa 71 Euro.

Für konservativ orientierte, langfristig planende Anleger dürfte vor allem die Dividende ein Kaufargument sein. Diese wurde von 2,15 auf 2,20 Franken je Aktie angehoben und dürfte auch weiterhin auf mindestens diesem Niveau stabil bleiben – gesenkt wurde sie jedenfalls schon seit über 50 Jahren nicht mehr.

2015-03-06 Nestle

7. März 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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