Nestle im Umbau: Speiseeis-Megadeal soll Rendite verbessern

In Deutschland fällt dieser Tage der erste Schnee der Saison in den Mittelgebirgen, doch in der Schweiz plant man schon für den nächsten Sommer: Der Lebensmittelkonzern Nestlé will seine Speiseeissparte mit dem Konkurrenten R&R Ice Cream fusionieren.

Das Volumen des Deals, der für das kommende Jahr geplant ist, wird von Insidern auf 3 Milliarden Euro beziffert. Doch das ist erst der Anfang: Mittelfristig will sich R&R, das zur französischen Beteiligungsgesellschaft PAI gehört, aus dem zunächst gemeinschaftlich geführten Unternehmen zurückziehen. Nestlé könnte die Sparte dann separat an die Börse bringen.

Nestle im Umbau – hin zu mehr Rendite

Das Ganze ist offenbar Teil eines größer angelegten strukturellen Umbaus des Schweizer Konzerns, der sich künftig stärker auf renditestarke Geschäftsbereiche fokussieren will und die Fusionspläne zunächst nicht kommentierte.

Der Wandel wäre wohl ganz im Sinne der Anleger und auch des Managements, denn Nestle blieb zuletzt einmal mehr hinter dem selbstgesteckten Ziel von 5 bis 6 Prozent organischem Wachstum zurück. Im ersten Halbjahr 2015 lag das organische Wachstum bei 4,5 Prozent – wohlwollend aufgerundet könnte man hier zwar schon von knapp 5 Prozent sprechen, aber die eigentlichen Ziele sind ganz klar höher gesteckt.

Marktdominanz wird ausgebaut

Durch den Speiseeis-Deal sollen vor allem die Wachstumsmärkte in Europa und Afrika angekurbelt werden. Zudem weitet Nestlé durch den Zusammenschluss seine Marktdominanz noch weiter aus: Gemeinsam mit dem Konkurrenten Unilever beherrschen die Schweizer rund ein Drittel des weltweiten Speiseeismarktes. Durch den gezielten Zukauf kleinerer Konkurrenten können so neue Imperien entstehen.

Das macht durchaus Sinn angesichts des veränderten Konsumverhaltens der Verbraucher, die zunehmend auf gesundheitsbewusste Ernährung oder den Verzicht bestimmter Inhaltsstoffe achten. Dies verhilft kleineren Herstellern zu lukrativen Nischenangeboten, die dann wiederum attraktive Übernahmeziele für die Big Player darstellen. Und zu denen gehört Nestlé zweifelsohne.

Aktie attraktiv für langfristig orientierte Anleger

Auch wenn das Wachstum etwas langsamer verläuft als erhofft, es geht stetig aufwärts. Lebensmittel werden immer gekauft, das Unternehmen ist weitgehend unabhängig von der globalen Konjunkturentwicklung.

Insofern ist die Nestlé-Aktie vor allem für langfristig orientierte und an Stabilität interessierte Anleger geeignet, die kein kurzfristiges, sprunghaftes Wachstum von Unternehmen oder Kursentwicklung erwarten, sondern auf eine zuverlässige und stetige Rendite setzen.

2015-10-15 Nestle

Analysten sehen derzeit moderat positives Kurspotenzial für die Aktie, die zuletzt rund 75 Schweizer Franken kostete. Aktuelle Studien bewerten sie mit bis zu 80 Franken. In Deutschland ist sie derzeit für rund 70 Euro zu haben.

Der Speiseeis-Deal, so er es denn in trockene Tücher schafft, dürfte der Sparte einen kräftigen Wachstumsschub verleihen. Schon jetzt steuert das Geschäft mit Häagen-Dazs, Mövenpick und Co. Schätzungen zufolge rund 4 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei. Künftig könnte es noch mehr werden.


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16. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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