Netflix-Aktie: Die Realität holt die Aktionäre ein (Teil 1)

Die Netflix-Aktie war nach einer Wertentwicklung von rund 300% in 2013 bis vor kurzem noch eine der beliebtesten Titel unter Aktien-Zockern.

Was hat die Aktie so populär gemacht?

So schaffte es Netflix dahin, wo es heute steht

Natürlich das, was den Reiz bei allen hochspekulativen Aktien ausmacht: die Vorstellung, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit sich weiter in die Zukunft fortschreiben lässt.

Doch die 300% Wertzuwachs in 2013 sind eben Vergangenheit. U. a. wurde der Lauf der Aktie des Internet-Video-Anbieters in 2013 angeheizt durch das hohe Abonnenten-Wachstum von 33% auf weltweit 44,3 Mio. Kunden.

Spekulanten, die in diesem Jahr auf den Zug aufgesprungen sind, mussten zuletzt herbe Verluste verkraften:

Von den Höchstständen bei über 480 US-Dollar im September 2014 brach die Netflix-Aktie zwischenzeitlich bis Mitte Dezember auf unter 320 US-Dollar ein – ein Wertverlust von mehr als 1/3.

Inzwischen ist der beliebte Internet-Video-Dienst von Netflix nach den USA in immer mehr Ländern verfügbar – darunter seit kurzem auch in Deutschland.

Doch ein beliebtes Produkt allein stellt noch lange kein gutes Investment dar.

Sollten Sie als intelligenter Aktien-Anleger also bei der Netflix-Aktie zugreifen oder lieber einen weiten Bogen um diesen hochspekulativen Titel machen?

Dieser Frage möchte ich für Sie heute und morgen im Newsletter nachgehen…

Die gute Nachricht: Das hohe Wachstum hält weiterhin an

Bevor Netflix im Oktober seine Zahlen für das 3. Quartal berichtet hatte, hat sich der Aktienkurs auch in 2014 sehr gut entwickelt.

Von Januar bis Anfang Oktober ging es um rund 20% rauf, während der wichtige US-Leitindex S&P 500 bis dahin nur um gut 5% zulegen konnte.

Im 3. Quartal konnte Netflix weitere 3 Mio. Kunden auf insgesamt 53 Mio. Abonnenten hinzugewinnen.

Das Netflix-Management gab im Zuge der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das 4. Quartal sogar eine weitere Steigerung der Neukunden um diesmal 4 Mio. als Zielsetzung aus.

Mehr als die Hälfte der im 4. Quartal angepeilten Neukunden sollen inzwischen außerhalb der USA gewonnen werden. Das Unternehmen befindet sich also mittlerweile auch international auf Wachstumskurs.

Das Umsatz-Wachstum soll dabei in 2014 die hohen Wachstumsraten aus dem Jahr 2013 sogar noch übertreffen.

Während in 2013 die Wachstumsrate noch bei 21% lag, liegen die Schätzungen des Managements für das Gesamtjahr 2014 bei 25% auf dann bereits 5,5 Mrd. US-Dollar.

Neben dem weiter gesteigerten Umsatz-Wachstum spricht auch die erhöhte Profitabilität des Unternehmens für die Aktie:

Nachdem Netflix seit dem Sommer die Preise für Neukunden angehoben hat, verdient das Unternehmen pro hinzu gewonnenen Abonnenten mehr als noch zuvor. Die Gewinnmarge steigt also.

Fazit

Die Wachstumsstory des Unternehmens ist weiterhin intakt. Reicht das bereits, um die Netflix-Aktie nach dem Kurseinbruch als gutes Investment auszumachen? – Sicherlich nicht!

Weitsichtige Aktien-Anleger sollten bei der Entscheidungs-Findung neben den Chancen eines Investments die Risiken mindestens ebenso hoch gewichten.

Und Risiken liegen bei Netflix eindeutig vor. Darüber werde ich Ihnen morgen ausführlich berichten.

29. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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