Netflix-Aktie: Streaming-Dienst auf neuem Rekordhoch

Oftmals zahlt sich Geduld und ein langer Atem an der Börse aus, so auch bei der Aktie des populären Streaming-Dienstes Netflix:

Waren die Papiere im Jahr 2002 noch für weniger als einen halben Dollar zu haben, müssen Sie jetzt schon knapp 138 Dollar auf den Tisch legen – und das nicht ohne Grund.

Denn die Zuwachsraten in den vergangenen Jahren waren wirklich beeindruckend: Von gerade einmal 153 Mio. Dollar (2002) kletterten die Umsätze auf 8,8 Mrd. Dollar im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Kann Netflix das hohe Wachstums-Tempo beibehalten? Gehen die Zuwächse zulasten der Gewinne? Hat die Bewertung der Aktie noch Luft nach oben?

Netflix: Fernsehen war gestern – Streaming ist heute

Im Moment reitet der Streaming-Dienst auf der Erfolgswelle. Selbst der Internet-Gigant und Rivale Amazon (Amazon Prime) scheint dem US-Konzern nicht nachhaltig zu schaden.

Dabei ist das Geschäftsmodell denkbar einfach: Je nach Streaming-Qualität und Anzahl der verwendeten Geräte zahlt der Nutzer eine Flat-Fee zwischen 7,99 € und 11,99 €.

Das Unternehmen erlaubt es seinen Kunden, seine Bibliothek aus Fernsehserien und Filmen jederzeit aus dem Internet per „Streaming“ abzurufen.

Es bietet also kein starres Fernseh-Programm zu fixen Zeiten. Kunden können die Inhalte auf internetfähigen Fernsehern ebenso ansehen wie auf Computern oder Smartphones.

Netflix hat ursprünglich nur Produktionen anderer Medien-Konzerne gezeigt, aber seit 4 Jahren bietet das Unternehmen auch eigene Inhalte.

Netflix mit neuem Rekordhoch bei den Abonnenten

Alleine im 4. Quartal konnte Netflix knapp 7,05 Mio. neue Nutzer gewinnen. Das US-Unternehmen war zuvor selbst nur von etwa 5,2 Mio. Neukunden ausgegangen.

Besonders die Position außerhalb der USA hat sich mit 5,12 Mio. neuen Kunden im Schlussquartal erheblich verbessert. Damit verzeichnet Netflix inzwischen knapp 94 Mio. Abonnenten.

Gewinn steigt wieder an

Im Gesamtjahr 2016 erzielte Netflix einen Umsatz-Anstieg von 30,25% auf 8,8 Mrd. Dollar.

Nach einem Durchhänger beim Gewinn im Vorjahr (-54%) konnte der Streaming-Spezialist auch hier wieder die Kurve kriegen:

Unterm Strich blieben mit 186 Mio. Dollar immerhin 52% mehr an Gewinn hängen als noch im Vorjahr.

Eigene Inhalte sind das A und O

Ein Großteil der Popularität des Konzerns geht auf die erfolgreichen Eigenproduktionen zurück. Mit „House of Cards“ landete Netflix einen Riesen-Erfolg.

Mit weiteren Serien wie „Black Mirror“, „Marvel’s Daredevil“ oder „Bloodline“ zog die Firma seine Abonnenten in den Bann. Mittlerweile produziert Netflix auch Kinofilme und Talkshows.

In diesem Jahr will der Konzern mehr als 1.000 Std. an selbst produzierten Inhalten herausbringen. Das lässt sich die Firma einiges kosten.

Alleine im vergangenen Jahr dürften gut 6 Mrd. Dollar für die eigenen Inhalte draufgegangen sein.

Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Netflix spart sich hohe Kosten für Lizenz-Gebühren. Wenn die Eigenproduktionen gut ankommen, klingelt es richtig in der Kasse.

100-Mio.-Marke im Visier

Auch für das laufende Quartal zeigt sich die Konzern-Führung optimistisch:

Weitere 5,2 Mio. Neukunden sollen dazukommen. Damit kommt Netflix der magischen Marke von 100 Mio. Abonnenten immer näher.

Hohe Bewertung duldet keine Rückschläge

Keine Frage: Netflix ist eine Erfolgsgeschichte wie aus dem Lehrbuch. Aber der explosionsartige Kurs-Anstieg hat den Börsenwert mittlerweile auf fast 60 Mrd. Dollar hochgetrieben.

Das entspricht dem 7-fachen Umsatz und mehr als dem 60-Fachen des erwarteten Gewinns für 2017.

Nicht gerade günstig für einen Konzern mit einer Gewinnspanne von gerade einmal 2%.

Kein Wunder also, dass die Analysten mit einem durchschnittlichen Kursziel von 145 Dollar aktuell nur ein überschaubares Kurs-Potenzial sehen (akt. Kurs: 138 Dollar).

24. Januar 2017

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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