Netflix: Quartals-Bilanz toppt Erwartungen

Was für ein Quartal!

Die Freudensprünge, die Anleger des Online-Videoportals Netflix angesichts der jüngsten Zahlen gemacht haben, schlugen sich augenblicklich auch im Aktienkurs des Konzerns nieder.

Um satte 20% schoss der Kurs in die Höhe in Richtung Allzeithoch, das im Dezember 2015 bei 133,26 US-Dollar markiert worden war.

Zuvor hatte sich das Papier monatelang in einer Zone zwischen 85 und 105 Dollar bewegt. Diese Sphären hat man nun erst einmal hinter sich gelassen.

Deutlich über den Erwartungen

Mit 3,57 Mio. neuen Abonnenten konnte Netflix die Erwartungen von Anlegern und Analysten um mehr als 1 Mio. deutlich übertreffen.

Mit 3,2 Mio. kam der Großteil der neuen Kunden aus Ländern außerhalb der USA.

Kein Wunder, immerhin war Netflix Anfang des Jahres auf einen Schlag in 130 Ländern an den Start gegangen und war damit praktisch über Nacht global verfügbar.

Nach und nach entfaltet sich nun das enorme Wachstums-Potenzial aus diesem Schritt.

In den USA konnten im abgelaufenen Quartal 370.000 Neukunden gewonnen werden. Auch diese Zahl lag klar oberhalb der Erwartungen, die sich im Vorfeld auf 300.000 bezifferten.

Damit zählt der Streaming-Riese nun 47,5 Mio. US-Kunden und 39,25 Mio. Nutzer in anderen Ländern.

Lediglich ein Wermutstropfen bleibt: Der einzige bedeutende weiße Fleck auf der Netflix-Weltkarte ist China.

Ursprünglich wollte Netflix mit den dortigen Behörden verhandeln, nun rudert man zurück. Die Hürden seien zu hoch, bis auf Weiteres wird Netflix in China nicht verfügbar sein.

Man will wohl nicht zuletzt hohe Fehlinvestitionen vermeiden, immerhin waren Konkurrenz-Dienste von Disney und Apple kurz nach ihrem Start im Reich der Mitte wieder gestoppt worden.

Fokus auf Eigen-Produktionen

Abseits dessen jedoch feiert Netflix seine Erfolge, die vor allem auch auf Eigen-Produktionen beruhen, die exklusiv auf Netflix zu sehen sind.

Mehrere populäre Serien hat der Anbieter bereits im Programm, im kommenden Jahr sollen weitere 1.000 Stunden Exklusiv-Material folgen.

Es sind gerade diese Exklusiv-Angebote, mit denen sich die Konkurrenten innerhalb der Branche voneinander abgrenzen.

Viele Nutzer unterhalten mehrere Abonnements parallel, um die verschiedenen Inhalte konsumieren zu können.

Insofern erscheint es folgerichtig, dass Netflix seine Investitionen in diesem Bereich künftig noch weiter hochschrauben will.

Die Mittel sind vorhanden, wie ein Blick auf die weiteren Quartals-Zahlen zeigt:

Der Umsatz kletterte um 32% auf knapp 2,3 Mrd. US-Dollar, der Gewinn legte im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um satte 75% auf 51,5 Mio. Dollar zu.

Analysten äußerten sich überwiegend positiv über die vorgelegte Bilanz und die weiteren Aussichten.

Skeptische Stimmen befürchten jedoch, dass Netflix sein künftiges Wachstums-Potenzial zu optimistisch einschätzt und sich mit den Ausgaben für Eigen-Produktionen übernehmen könnte.

Bislang jedoch besteht offenkundig kein Grund zur Sorge, der Erfolg gibt Netflix Recht.

2016-10-23-netflix

28. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt