Neuausrichtung geglückt!

Menschen über 30 werden bei der Marke Agfa vor allem an Fotofilme und andere Foto-Produkte denken.

Doch diese Zeit ist lange vorbei. Inzwischen wird digital geknipst und es werden online Abzüge bestellt. Dennoch ist das Know-how von Agfa weiterhin gefragt.

Die belgische Agfa-Gevaert entwickelt, produziert und vertreibt analoge und digitale Imaging-Produkte und -Systeme hauptsächlich für die grafische Industrie (Graphic Systems) und die Medizin (Healthcare).

Nach dem Siegeszug der digitalen Fotografie trennte sich das Unternehmen Ende 2004 von seinen Aktivitäten im Bereich Filme, Foto-Papiere, Foto-Chemikalien und Labor-Geräte (Consumer Imaging).

Operativer Gewinn hat sich verdoppelt

Agfa hat den Turnaround mit Bravour gemeistert. Der ehemalige Produzent von Foto-Artikeln wurde durch die Digitalisierung stark beschädigt und musste sich völlig neu orientieren.

Das ehemalige Kerngeschäft mit analogen Foto- und Film-Produkten ist unprofitabel und nicht mehr zukunftstauglich.

Die steigenden Herstellungs-Kosten, die neue Technik und die damit verbundenen Nachfrage-Einbußen haben Agfa zum Umdenken bewegt.

Umso erfreulicher ist deshalb die jüngste Entwicklung: Agfa hat in den ersten 9 Monaten seinen Umsatz um 3,4% auf rund 2 Mrd. € gesteigert.

Der Gewinn legte dabei um 60,9% auf 0,37 € pro Aktie zu. Besonders gut entwickelten sich die Healthcare-Sparte und der Verkauf von spezifischen Foto-Produkten.

Im Healthcare-Bereich konnte ein Umsatzplus von 7,9% auf 824 Mio. € erzielt werden. Der operative Gewinn stieg in diesem Bereich um 78,1% auf rund 80 Mio. €.

Bei den Foto-Produkten sah es sogar noch besser aus: Hier musste zwar ein kleiner Umsatz-Rückgang verkraftet werden, dafür hat sich der operative Gewinn mehr als verdoppelt und beträgt jetzt erstmals über 100 Mio. €.

Beide Geschäfts-Bereiche sind zwar immer noch sehr klein, könnten für die Zukunft von Agfa aber immer wichtiger werden.

Gute Voraussetzungen für Agfa

Agfa hat genau solche Nischen-Märkte für sich entdeckt und kann mit seiner langjährigen Erfahrung hervorragend im Wettbewerb bestehen.

Bis der Konzern zu seiner alten Größe zurückfindet, wird es aber noch etwas dauern. Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. Das liegt v. a. am erfolgreichen Turnaround und der geglückten Neuausrichtung.

Viele Investoren werden erst nach und nach bemerken, dass hinter Agfa kein Unternehmen aus dem vergangenen Jahrhundert, sondern eine innovative Gesellschaft in einer lukrativen Nische steckt.

Zwar ist die Eigenkapitalquote noch immer gering, doch sollte dies in Zeiten des billigen Geldes kein großes Problem darstellen.

8. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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