Neue Einstiegschance: Bilfinger bricht 40-Euro-Marke

Am Ende einer sehr erfreulichen Börsenwoche kletterte die Bilfinger-Aktie heute in der Spitze um über sechs Prozent nach oben. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Am Ende einer sehr erfreulichen Börsenwoche kletterte die Bilfinger-Aktie heute in der Spitze um über sechs Prozent nach oben. Das Papier des Bau- und Industriedienstleisters profitierte von mehreren Faktoren, die sich auch in den kommenden Wochen noch positiv auf die Kursentwicklung auswirken werden.

So berichtete das Statistische Bundesamt, dass sich die Auftragsbücher der deutschen Bauunternehmen im August nach zwei schwachen Vormonaten wieder besser gefüllt haben. Im Vorjahresvergleich lag der bereinigte Auftragseingang um 0,9 Prozent höher.

Die Bestellungen in den ersten acht Monaten 2015 liegen nun insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres – aber mit deutlich positiver Tendenz nach oben.

Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sieht noch deutliche Wachstumschancen. Im September hatte er seine Umsatzprognose für das laufende Jahr von plus 2 Prozent bestätigt.

Wilde Berg- und Talfahrt

Die Bilfinger-Aktie legte in diesem Jahr eine rasante Berg- und Talfahrt hin. Ausgehend von einem Kurs bei 47 Euro kletterte sie bis in den April hinein auf das Jahreshoch von 59,67 Euro.

MDax: Bilfinger vor möglicher AufspaltungDer im MDax notierte Baudienstleister Bilfinger steht möglicherweise vor einer Aufspaltung. Lesen Sie jetzt die Hintergründe. › mehr lesen

Seitdem brach das Papier aber aufgrund einer Serie von Gewinnwarnungen deutlich ein. Im bisherigen Jahresverlauf bildete es dreimal ein markantes Tief bei 32 Euro aus. Hier funktionierte die Bodenbildung.

Nach oben hin könnte heute ein Widerstand gebrochen sein. Mehrmals war das Papier in den vergangenen Wochen an der 40-Euro-Marke gescheitert. Heute knackte die Bilfinger-Aktie diese Marke deutlich.

Analysten sehen bis zu 50 Prozent Kurspotenzial

Auch immer mehr Analysten glauben, dass sich die Bilfinger-Aktie wieder stärker nach oben orientieren wird. Der Grund: Konzernchef Per Utnegaard kündigte vor gut einer Woche an, dass sich Bilfinger künftig nur noch auf zwei Geschäftsfelder konzentrieren will.

Dieser Strategiewechsel wird von den Analysten honoriert: So stufte das Analysehaus Kepler Cheuvreux die Bilfinger-Aktie von „reduce“ auf „hold“ hoch. Die Commerzbank ist noch optimistischer: Statt „Halten“ heißt hier die Empfehlung „Kaufen“.

Und das Kursziel sieht der Commerzbank-Analyst bei 60 Euro – das bedeutet ein Kurspotenzial von fast 50 Prozent.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.