Neue Gefahr: Bei negativen Zinsen drohen Sparern Gebühren für Guthaben

Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrem Geld zur Bank und müssen sogar noch etwas dafür bezahlen, dass die Bank tatsächlich Ihr Geld für Sie verwahrt.

So etwas hört sich zunächst extrem komisch an, doch könnte es schon bald Realität werden.

Schuld daran sind die niedrigen Zinsen rund um den Globus: Bei einem Zinssatz von 0,25% ist das Ende der Fahnenstange so langsam erreicht.

Bald könnten die Notenbanken zum letzten Mittel greifen und sogar negative Zinsen einführen.

Negativzinsen kosten; aber richtig – und zwar uns alle

Für den Fall haben Banken schon eine schnell Lösung parat: Hinter den Kulissen wird jetzt schon gemunkelt, dass die Banken sich dann das notwendige Geld von den Kunden holen – also auch von mir und von Ihnen.

Daran sehen Sie, wie haarsträubend die aktuelle Lage an den Finanzmärkten ist: Die Notenbanken denken ernsthaft darüber nach, die Zinsen in den negativen Bereich auszuweiten.

So hat mit Larry Summers auch schon ein wichtiger Berater von US-Präsident Barack Obama negative Zinsen als unkonventionelle Möglichkeit zur Lösung der Finanz-Krise vorgestellt.

Für die EZB hat Jörg Asmussen diese unkonventionelle Maßnahme nicht ausgeschlossen.

Derzeit gibt es Gerüchte über mögliche Strafzahlungen für Sparer erst für die USA. Aber Sie können fast sicher sein:

Wenn diese Maßnahme dort umgesetzt wird, ist auch mit einer Ausweitung in die Eurozone zu rechnen – und dann ist auch Ihr Vermögen nicht mehr sicher.

Gefahr von negativen Zinsen wird immer realer …

Bei solchen Aussichten bleibt es mir auch weiterhin unverständlich, wie doch immer wieder gerne von vielen Ökonomen und selbstverständlich auch Politikern erklärt wird, dass die Euro-Krise doch hinter uns liegt.

Durch das Umfeld der niedrigen Zinsen in den maßgeblichen Volkswirtschaften wird eine gigantische Schuldenblase aufgebaut.

Für die Staaten bieten diese niedrigen Zinsen die große Chance, neue Schulden extrem günstig aufzunehmen.

Und davon machen die Staaten auch massiv Gebrauch. Stellen Sie sich vor: In den vergangenen 5 Jahren ist der globale Schuldenberg der Staaten um 30% angewachsen.

… der Finanzkrise sei Dank

Die globale Finanzkrise und ihre heftigen Auswirkungen haben also nicht zu einem Umdenken geführt.

Es kam in den vergangenen Jahren noch zu einer massiven Ausweitung des Schuldenmachens. Das Thema einer möglichen Rückzahlung der Schulden wird gar nicht mehr aufgegriffen.

Dabei müssen Sie immer bedenken: Schulden auf der einen Seite bedeuten auch immer Vermögen auf der anderen. Insofern ist auch das globale Vermögen in den vergangenen 5 Jahren um 30% angewachsen.

Keine Frage: Die globale Finanzkrise hat die Welt verändert. Und die aktuelle Gefahr von negativen Zinsen ist nur eine von vielen massiven Folgen, unter denen wir bis heute zu leiden haben.

26. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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