Neue Goldvorkommen: Es wird immer weniger investiert

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Viele Jahre steigen die Ausgaben zur Erschließung neuer Goldvorkommen. Doch hier ist der Trend abwärtsgerichtet. (Foto: TTstudio / shutterstock.com)

Der wichtigste Faktor bei der gesamten zur Verfügung stehenden Goldmenge ist immer noch die Minenproduktion. Die hat in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich gesteigert. Zuletzt lag sie bei über 100 Mio. Unzen pro Jahr.

Ein wichtiger Grund für den deutlichen Anstieg der Produktion waren die höheren Goldpreise. Die haben erst die Ausweitung der Minenaktivitäten möglich gemacht. Tatsächlich haben die seit der Jahrtausendwende stetig steigenden Preise diesen Sektor komplett verändert. Dabei ist der Trend stets der gleiche: Wenn die Preise steigen, dann steigen auch die Ausgaben bei der Exploration neuer Vorkommen. Das ist eine logische Konsequenz, denn es lohnt sich einfach wieder neue Vorkommen zu entwickeln und tatsächlich auch in Produktion zu bringen.

Wie massiv hier die Entwicklung war, zeigt ein Blick zurück. Diese Zahlen stammen vom World Gold Council (WGC). So lag beispielsweise im Jahr 2002 bei dem niedrigen Goldpreis im Bereich um 300 USD das globale Budget für Explorationsausgaben bei nur 80 Millionen USD. Ausgehend von diesem Tiefpunkt legte das Explorationsvolumen bis zum Jahre 2012 auf 10 Milliarden USD zu.

Explorationsausgaben zuletzt massiv eingebrochen – Produktion legt aber noch zu

Das deckt sich auch sehr gut mit der Preisentwicklung, denn im Herbst 2011 erreichte der Goldpreis sein bisheriges Rekordhoch gemessen in US-Dollar von rund 1.900 USD pro Feinunze. Seitdem hat nicht nur der Goldpreis deutlich korrigiert. Seitdem sind auch die Explorationsausgaben massiv eingebrochen und zwar um rund 65 % auf nur noch rund 3 Milliarden USD im Jahr 2016.

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Doch hier weist das WGC auf einen wichtigen Faktor hin: Während die Explorationsausgaben sehr schnell auf die Goldpreisentwicklung reagieren, dauert es einige Jahre bis tatsächlich auch das Minenangebot darauf reagiert. Das ist auch logisch, denn viele Produzenten setzen natürlich auch bei einem schwächeren Preisumfeld erst einmal die Entwicklung einer Mine fort. Es nützt ja wenig, den Aufbau einer Mine zu beginnen und dann mittendrin zu stoppen. So wird das Vorkommen überhaupt keine Erträge liefern.

Daher ist es auch leicht zu erklären, dass das Minenangebot in den vergangenen Jahren, trotz der stark gesunkenen Explorationsausgaben, weiter angestiegen ist. So erreichte die Minenproduktion 2018 einen Wert von immerhin 3.320 Tonnen Gold. Das WGC schaut aber auch in die Zukunft und erwartet auf Sicht der kommenden Jahre einen deutlichen Rückgang des Minenangebots.

Ein Grund ist dabei der Abwärtstrend bei den Preisen, die Reduzierung bei den Explorationsausgaben und eben auch ein Rückgang bei den Entwicklungsprojekten. Dabei wird der Rückgang wohl nur gering ausfallen. Nach Angaben des WGC sank die globale Minenproduktion im Bereich von einem Prozent pro Jahr in der letzten Abwärtsphase. Eine ähnliche Entwicklung erwarten die Experten auch dieses Mal wieder. Sie sehen hier ganz klar, welchen Einfluss die Entwicklung der produzierten Menge mittel- bis langfristig auf die Entwicklung der Preise bei den Edelmetallen hat.


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Heiko Böhmer
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