Neue Griechenland-Anleihen als Ladenhüter

Die aktuelle Krise um Griechenland lässt die Börsen völlig kalt. Vor allen Dingen die Aktienmärkte halten sich extrem stabil in diesem eigentlich extrem instabilen Umfeld.

Ein Signal für das hohe Risiko bezogen auf Griechenland bieten allerdings die Devisenmärkte. So ist der Euro im Verhältnis zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit elf Jahren abgesagt.

Ein weiteres spannendes Signal lieferte jetzt der griechische Staat selbst: Das Land musste frisches Kapital aufnehmen. Im Grunde ging es um die überschaubare Summe von 1 Milliarden Euro. Das ist selbst für Griechenland kein hoher Betrag. Zum einen muss die griechische Regierung hier 3 % Zinsen anbieten.

Zum anderen fehlte jegliches Interesse ausländischer Investoren. Somit musste die griechische Zentralbank einspringen und die Emission übernehmen. Daran erkennen Sie einmal mehr, wie gering das Vertrauen derzeit in Griechenland und die griechische Regierung ist.

Im Sommer wird es eng: Dann benötigt Griechenland etliche Milliarden frisches Kapital

Mit dem frischen Kapital ist das Überleben im März für das Land erst einmal gesichert. Auch im April und Mai fallen jeweils nur etwas mehr als 1 Milliarde Euro an Finanzierungen an.

Doch das ändert sich gewaltig im Sommer 2015. Im Juni muss die griechische Regierung mehr als 4,7 Milliarden Euro Schulden ablösen. Im Juli sind es noch einmal deutlich mehr als 3 Milliarden Euro. Aktuell ist tatsächlich nicht absehbar wie das reibungslos über die Bühne gehen soll.

Trotz des aktuell bestehenden neu aufgelegten Hilfsprogramms, wachsen also die Befürchtungen weiter an, dass Griechenland schon bald die Eurozone verlassen könnte. Das sehen auch immer mehr Profi Investoren so.

In der monatlichen Umfrage für den Sentix Euro Break Up Index hat es im Februar ein erschreckendes Ergebnis gegeben. Innerhalb von nur eines Monats stieg der Index von 24,3 auf 38 %.

Was bedeutet dieser Index nun ganz genau? Bei der Umfrage unter knapp 1000 Profi-Investoren in ganz Europa wird abgefragt, ob diese Investoren das Ausscheiden eines Euro Landes aus der Gemeinschaftswährung innerhalb der nächsten zwölf Monate erwarten.

Sie sehen an dieser sehr konkreten Fragestellung, dass es hier tatsächlich um massive Verschiebungen innerhalb der Eurozone geht. In der allgemeinen Betrachtung liegt dieser Index auch für die einzelnen Länder vor und wie Sie sich sicherlich denken können, ist der Wert für Griechenland in den vergangenen vier Wochen ebenfalls massiv angestiegen.

Es liegt aktuell bei 37,1% und damit so hoch wie seit dem Herbst 2012 nicht mehr. Bei dieser großen Skepsis bezüglich Griechenland ist es weiterhin angesagt, die Entwicklung in der Eurozone mit Vorsicht zu genießen.

6. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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