Neue Griechenland-Hilfen verlängern nur die Krise

Griechenland: Das Euro-Krisenland bekommt wieder frisches Geld. Damit wird die Krise jedoch nicht gelöst, sondern nur verlängert. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Jetzt geht die Griechenland Hilfe in die nächste Runde: Weitere 8,5 Mrd. € aus dem angekündigten Hilfsprogramm sind jetzt freigegeben worden.

Darauf haben sich die Finanzminister der Euro-Gruppe nach harten Verhandlungen ganz aktuell geeinigt.

Eine Sache ist sicherlich positiv hervorzuheben:

Das Geld fließt nur, weil die Geldgeber davon überzeugt sind, dass die griechische Regierung die Reformen auch tatsächlich ernsthaft umsetzt.

Bevölkerung muss wieder einmal dafür zahlen

Aber das führt erneut zu weiteren harten Einschnitten in Griechenland.

Und genau hier kommt auch einmal mehr die griechische Bevölkerung ins Spiel: Genau gegen diese harten Einschnitte haben jetzt beispielsweise 5.000 Rentner in Athen demonstriert.

Denn um die neuen Hilfszahlungen zu bekommen, musste die griechische Regierung erneute Einschnitte bei den Renten beschließen.

Nun ist einmal mehr die griechische Staatspleite abgewendet worden. Mit dem frischen Geld ist das Land in der Lage, sowohl Gläubiger im Inland zu bezahlen als auch fällige Schulden zu begleichen.

Aber damit ist das griechische Drama natürlich nicht zu Ende.

Wie dramatisch die aktuelle Lage dort tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf die Schuldenquote: Die beträgt mittlerweile annähernd 180% der Wirtschaftsleistung.

Solche Werte sind auf keinen Fall längerer Zeit durchzuhalten – außer, es wird eben immer wieder frisches Kapital in das Land gepumpt.

Griechenland schafft es bei dieser erdrückenden Schuldenlast aktuell gerade einmal einen sogenannten Primär-Überschuss zu erzielen.

Was steckt dahinter? – Der Primär-Überschuss ist ein positiver Staatshaushalt.

Allerdings wird dabei ein ganz wichtiger Faktor nicht mit eingerechnet: die notwendigen Zinszahlungen.

Primär-Überschuss ist der falsche Maßstab

Insofern bietet einen Primär-Überschuss immer nur ein verfälschtes Bild der Realität. Doch bei Griechenland ist genau DAS ein Problem:

Bei allen weiteren Berechnungen über mögliche Stundungen von Schulden oder auch Verlängerungen von Laufzeiten steht immer der Primär-Überschuss im Fokus.

Genau DAS greift meiner Meinung nach zu kurz.

Mittel- bis langfristig soll die griechische Wirtschaft hier einen Primär-Überschuss von 2% schaffen.

Das mag sogar möglich sein, doch es wird niemals ausreichen, um den Schuldenberg des Landes abzutragen.

Griechenland ist und bleibt ein massives Krisenland innerhalb der Eurozone. Und was mich immer noch beunruhigt:

Es gelingt den führenden Institutionen der EU, der EZB und des Internationalen Währungsfonds (IWF) einfach nicht das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Es werden immer neue Milliarden-Hilfen nach Athen überwiesen, doch die Krise endet einfach nicht.

Was, wenn anderso künftig ähnlich verfahren werden muss?

Nicht auszudenken, wenn größere Euro-Staaten tatsächlich einmal in eine Schieflage geraten sollten!

Hierbei geht mein Blick vor allen Dingen Richtung Italien, denn dort sind die Bankbilanzen marode und die Summe der notleidenden Kredite hat schwindelerregende Höhen erreicht.

Das Beispiel Griechenland zeigt uns aber, dass eine einfache Lösung nicht möglich ist und jederzeit wieder eine neue Euro-Krise aufflammen kann.

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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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