Neue Studie: Der weltweite Energiebedarf steigt deutlich an

Energie-Studie von BP beweist: Der weltweite Energiehunger nimmt ständig zu - der Gewinner ist Erdgas. (Foto: JuliusKielaitis / shutterstock.com)

Liebe Leser,
Energie ist aktuell das große Thema – in der Politik und auch an der Börse. Da ist es gut, auf ganz aktuelle Daten zurückgreifen zu können. Genau diese Daten hat jetzt der britische Ölkonzern BP in seinem jährlichen „Statistical Review of World Energy“ vorgelegt.Damit macht BP auch mal wieder positive Schlagzeilen, denn diese Daten liefern doch einen sehr guten Überblick über aktuelle Tendenzen auf dem Energiemarkt – auch jenseits der Ölproduktion.

Laut Angaben von BP sind die Ölreserven im vergangenen Jahr um 3,8% gestiegen. Das ist zunächst einmal eine positive Nachricht, denn Öl ist und bleibt der Schmierstoff der Weltwirtschaft mit einem täglichen Verbrauch von mehr als 83 Millionen Barrel.Aber trotz der gestiegenen Reserven steuern wir auf einen Engpass zu. Christof Ruehl, der Chefökonom von BP erklärt dazu: „Die OPEC muss die Produktion um mindestens 1 Mio. Barrel pro Tag ausweiten, nur um die niedrigere Produktion im Mittleren Osten und Nordafrika aufzufangen.“In der vergangenen Woche hat sich jedoch die OPEC vorerst gegen eine Ausweitung der Produktionsmengen ausgesprochen – das spricht in den kommenden Monaten für mögliche Engpässe beim Angebot.

BP-Aktie leidet immer noch unter der KrimkriseDie BP-Aktie steht wenige Tage vor Veröffentlichung der Quartalszahlen bei einem Wert von 5,90 Euro. Das Jahr war für den Konzern schwierig. › mehr lesen

Aber neben eher konkreten Aussagen zum Ölmarkt bietet der BP Bericht auch noch viele interessante Fakten zum weltweiten Energiemarkt. So ist der weltweite Energieverbrauch 2010 um 5,6% gestiegen.Das war der größte jährliche Anstieg seit der Ölkrise 1973. Daran ist ganz klar erkennbar, dass die Finanzkrise im vergangenen Jahr schon überwunden war.
Spannend ist beim Thema Energie auch immer der Blick nach China. So verbrauchte das asiatische Land im vergangenen Jahr 48% der weltweiten Kohle. Gleichzeitig stieg der chinesische Ölverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 10%. Daran wird die immense Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft schon deutlich.

Sehr spannend ist auch der starke Anstieg beim Erdgasverbrauch: Der legte im Vorjahresvergleich um 7,4% zu.Das war der größte Anstieg seit 1984. Dieser Trend wird sich bestimmt auch in diesem Jahr fortsetzen, denn Gas wird verstärkt zur Energiegewinnung eingesetzt.Dabei rangiert die russische Gasproduktion trotz eines 12% Wachstums mit 589 Bcm knapp hinter den USA mit 611 Bcm (+4,7%).

Sehr interessant ist in dem BP Report auch der Hinweis auf eine Verschiebung bei den Ölreserven. So haben die Nicht-OECD und die Nicht-OPEC Staaten ihre Reserven im vergangenen Jahr um 3,3% steigern können.Bei den etablierten Ölstaaten aus dem Kreis der OECD und der OPEC gab es hingegen einen Rückgang der Reserven.
Noch vor den Unruhen kletterte die Ölproduktion im Mittleren Osten im Jahresvergleich um 1,7%. Deutlich stärkere Wachstumsraten wiesen jedoch die Regionen Asien-Pazifik (+4,9%) und Afrika (+4,2%) auf. Deutliche Produktionsrückgänge gab es in einigen Teilen Europas. Besonders drastisch fiel der Rückgang in Norwegen mit 9,4% aus.
Grundsätzlich ist aber noch Kohle der wichtigste Energieträger mit einem Anteil von 30% am weltweiten Energiemix. Dies war der höchste Anteil seit 1970.
An diesem Zahlenüberblick wird ganz klar deutlich: Der Energiemarkt ist stark in Bewegung. Erdgas weist starke Wachstumsraten auf und wird sicherlich – auch durch den beschlossenen Atomausstieg in Deutschland – vor allem bei der Stromgewinnung weiter an Bedeutung zulegen.Diesen Trend werden wir hier weiter aktiv verfolgen.
Erfolgreiche Investments
wünscht Ihnen
Heiko Böhmer
Redakteur „Rohstoff-Giganten“

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.