Neue Zahlen bestätigen: Geschlossene Fonds auch 2012 ein Renditekiller

Ein neuer Bericht zu geschlossenen Immobilienfonds bestätigt uns.

Der Hinweis: Auch 2012 wird kein gutes Jahr für diese Beteiligungsform sein.

Untersucht hat das Analystenhaus „Feri Eurorating“. Danach sind zwischen 2000 und 2010 Fonds im Wert von 218,2 Milliarden Euro aufgelegt worden. Immerhin.

Zum Vergleich: der Markt für offene Immobilienfonds ist derzeit etwa 80 Milliarden Euro schwer. Nur der Handel mit den geschlossenen Fonds ist äußerst zäh – immer noch.

Kaum Börsenhandel

In diesem Jahr sind bis Ende Oktober demnach Anteile im Wert von ungefähr 190 Millionen Euro an den Börsen verkauft worden. Dies entspricht – bezogen auf die Emissionstätigkeit seit 2000 – etwa 0,12% vom Markt. Einige der Fonds sind sicherlich schon vom Markt genommen worden oder „ausgelaufen“.

Die Größenordnung aber bleibt erschreckend. Das Signal für Sie bleibt jenes, das wir an dieser Stelle ebenfalls mehrfach ausgesprochen haben. Geschlossene Fonds werden Sie vor dem Ende der Laufzeit kaum los. Auch die Fondsgesellschaften selbst nehmen die Anteile in aller Regel nicht zurück.

Vorsicht: Unsicherheit nimmt noch zu

Die Unsicherheit über den Wert von geschlossenen Fonds wächst hingegen weiter. An den Fondsbörsen selbst sind die Anteile teils nur noch 2% oder noch weniger dessen wert, was Investoren ursprünglich für den Einstieg zahlen mussten.

Dies betrifft zwar nur Fonds, die in „Schieflage“ sind, wie es bei zerstörten Geschäftsmodellen heißt, aber: viele geschlossene Fonds sind tatsächlich in solcher geschäftlichen Not. Vor allem:

  • Windkraftanlagen halten wir für problematisch, da diese von einer langfristigen und damit nicht kalkulierbaren Politik leben.
  • Dasselbe gilt für Fonds, die sich auf die Errichtung und den Vertrieb von Solaranlagen spezialisiert haben.
  • Schifffonds leben davon, dass die Kapazitäten auf den Weltmeeren ausgenutzt werden. Nur: bei einer Laufzeit von mehr als 10 Jahren lässt sich kaum kalkulieren, ob nicht andere Träger künftig günstiger und damit beliebter werden.
  • Geschlossene Immobilienfonds sind konjunkturabhängig, da diese oft in Gewerbe-Immobilien investieren. Vorsicht: auch hier sind Langfrist-Kalkulationen kaum möglich.

GeVestor meint: das ganze Geschäft ist schwierig zu kalkulieren. Gerade die lange Laufzeit ist gefährlich. Wir raten dringend von allen(!) Formen von geschlossenen Fonds ab. Eine Alternative bei Immobilien: offene Fonds wie der Hausinvest.

Offene Immobilienfonds haben zwar in den vergangenen Jahren Negativ-Schlagzeilen produziert, aber: Fonds wie den HausInvest fassen wir nicht unter diese Problembereiche. Der Fonds blieb stabil.

Zudem können Sie vor allem die gesunden Fonds recht einfach und mit nicht zu hohen Abschlägen über die großen Fondsbörsen handeln. Dies sind für Fonds vor allem München, Stuttgart, Frankfurt sowie Düsseldorf und Hamburg. Auf den jeweiligen Internet-Seiten sehen Sie auch den aktuellen Handel.

21. Dezember 2011

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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