Neues ETF-Geheimnis: „ETP“ – was wirklich dahinter steckt

„ETP“ – ein neues Kürzel tauchte kürzlich in verschiedenen Produktdarstellungen im Internet auf. Schon wieder ein neues Geheimnis, so ein Investor, der sich bereits mit Zertifikaten die Finger verbrannt hatte. Wir suchen den passenden ETP für Sie aus – 2011 und für die langfristige Vorsorge.

ETP steht in dieser sehr unglücklichen Darstellung für „Exchange Traded Product“. Dies ist schlicht ein börsengehandeltes Wertpapier, ähnlich dem von Aktien. Achtung: ETP ist damit auch Sammelbegriff für gefährliche Titel, die wir Ihnen 2011 auf keinen Fall empfehlen können.

Sammelbegriff mit Chancen und Risiken

Alles, was an der Börse gehandelt wird und mit Fonds in Verbindung gebracht wird, firmiert als „ETP“. Dies sind damit sowohl „ETFs“ als auch „ETC“s und „ETN“s. Für Sie der Überblick:

ETFs stehen für Fonds, börsengehandelte Fonds, die nicht auf einen der klassischen Indizes lauten müssen. So gibt es klassische Indexfonds auf den Dax oder den DJ EuroStoxx sowie Fonds, die Dividendenstrategien oder Branchen-Auswahl-Portfolios abbilden.

ETCs stehen für Fonds, die Rohstoffe abbilden und in der Regel mit Rohstoffen hinterlegt sind. Achtung: Formal können ETCs auch Zertifikate, also Anleihen sein – Ihre Sicherheit besteht dann in der genannten Hinterlegung mit tatsächlichen Rohstoffen.

ETN: reine Wertpapiere

Dagegen sind die „ETN“s, die es zunehmend gibt, „Exchange Traded Notes“. Dies sind börsengehandelte Wertpapiere – also Anleihen oder Zertifikat. Als Investor tragen Sie somit das Emittentenrisiko.

Fällt der Emittent des ETN aus oder kann seine „Schulden“ beispielsweise nur teilweise zahlen, werden Sie bestenfalls über die Konkursmasse bedient wie bei normalen Anleihen.

Wenn in Artikeln, Prospekten oder im Beratungsgespräch von „ETP“s die Rede ist, können sich daher ganz unterschiedliche Risiken im Angebot befinden. Wer reine Zertifikate ablehnt, muss nachfassen: „ETN“s sind in einem solchen Portfolio nicht zu dulden.

Achtung: verschiedene Anbieter verstehen unter „ETP“s auch nur als passiv gemanagte Produkte, die nur einmal zusammengestellt werden und dann die Wertentwicklung abbilden. Die Gefahr für Sie: nicht alle Anbieter verwenden diese vergleichsweise harmlose Definition.

GeVestor.de meint: Verlassen Sie sich daher bei der Verwendung der Kürzel auf nichts. Im Zweifel fragen Sie nach – oder lassen die Finger von diese Investment. Das „ETF-Geheimnis“ ETP kann sonst für Sie nach hinten losgehen.

Die beste Investment-Idee für das Jahr 2011 ist unserer Meinung nach, auf Fonds – die ETF – zu setzen. Ein einfacher Indexfonds auf den Dax 30 reicht, weil die Unterbewertung im Vergleich zu anderen Aktienindizes fast schon dramatisch ist.

Ein Kennzeichen von ETF gegenüber den „ETP“: letztere können eine Laufzeit haben. Für Investoren ein Zusatzrisiko.

13. Oktober 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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