Neues von der RWE-Tochter Innogy und E.ON-Tochter Uniper

Der DAX ist stark in die neue Handelswoche gestartet und konnte um knapp 1,3% auf 10.624 Punkte zulegen.

Für Rückenwind sorgten der steigende Ölpreis und Kursgewinne in den USA an der Wall Street. Zu den wenigen DAX-Verlierern gehörte heute die RWE-Aktie.

Am vergangenen Freitag erfolgte der Börsengang der RWE-Netzwerk-Tochter Innogy. Bereits im Vorfeld war die Innogy-Aktie sehr gefragt.

Kurz nach dem Börsenstart legte die Aktie zunächst zu, rutschte dann aber wieder etwas ab.

Dennoch darf der Börsengang von Innogy als Erfolg bewertet werden. Noch ist RWE Großaktionär bei Innogy.

Das könnte sich aber schon bald ändern. Denn Konzernchef Peter Terium schließt eine Abgabe des Mehrheitsanteils nicht aus.

„Das war die interne Auflage, die wir uns selbst gemacht haben. Und wir sind jederzeit in der Lage, die interne Auflage auch wieder zu ändern, wenn wir das wollen“,

sagte der Manager in einem vorab veröffentlichten Interview der „Welt am Sonntag“. Notwendig sei eine Abgabe der Aktien-Mehrheit aber nicht.

„RWE kann so kurzfristig nicht raus, braucht es auch nicht. Es gibt dem Kapitalmarkt jetzt ein Stück Ruhe, dass wir einen Anker-Aktionär haben, der nicht im Verdacht steht, den Markt bald mit Aktien zu überfluten“, hieß es weiterhin.

So erfolgreich der Börsengang für die RWE-Tochter Innogy lief, so schmerzlich waren die Verluste seither für die RWE-Aktionäre.

Denn ähnlich wie bereits nach der Abspaltung der E.ON-Tochter Uniper vor einigen Wochen büßte auch die RWE-Aktie nach dem Börsengang des Tochter-Unternehmens an Wert ein.

À propos E.ON und Uniper:

Ich habe bereits in der vergangenen Woche über den Börsengang von Innogy berichtet und Ihnen in dem Zusammenhang angekündigt, dass ich Ihnen zeitnah die Unterschiede zwischen den beiden Börsengängen von Uniper und Innogy beschreiben werde.

Unterschiede zwischen Innogy und Uniper

Um die Unterschiede zwischen Innogy und Uniper zu verdeutlichen und Ihnen damit auch aufzuzeigen, warum die Börsengänge der RWE-Tochter und der E.ON-Tochter nicht vergleichbar sind, möchte ich Ihnen erläutern, aus welchen Bereichen die jeweiligen Unternehmen bestehen.

RWE beinhaltet seit dem Börsengang von Innogy die konventionelle Stromproduktion und den Großhandel. Innogy beinhaltet das Geschäft mit den erneuerbaren Energien (dem sogenannten grünen Strom), den Vertrieb und das Netzgeschäft.

Eon beinhaltet das Geschäft mit erneuerbaren Energien, den Vertrieb, das Netzgeschäft und Preussen Elektra. Uniper dagegen beinhaltet das Geschäft mit der konventionellen Stromproduktion, den Großhandel und die Gasproduktion.

Somit sind nicht Uniper und Innogy miteinander vergleichbar, sondern eher Innogy und E.ON sowie Uniper und RWE.

Denn RWE hat das zukunftsträchtige Geschäft mit Erneuerbaren Energien und das gewinnbringende Netzgeschäft abgespalten und E.ON hat es genau andersherum gemacht.

Fazit

Somit spricht einiges dafür, dass RWE weiterhin ein Sorgenkind bleiben wird und Uniper ein zukünftiges Sorgenkind wird. Innogy und E.ON hingegen dürften sich langfristig positiver entwickeln.

Ich persönlich würde jedoch aktuell keine der 4 Aktien empfehlen, da ich gegenüber Energieversorgern seit einiger Zeit eine grundsätzliche Skepsis hege.

Die Abhängigkeit von der staatlichen Willkür ist zu groß (Stichwort: erzwungene Energiewende).

10. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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