Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Neues zu unseren Empfehlungen (Teil 2)

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In der Vergangenheit haben wir Ihnen die Unternehmen Greiffenberger, McDonald’s, und American Express bereits vorgestellt. (Foto: Ti ser / shutterstock.com)

Greiffenberger hat nur auf den ersten Blick ordentliche Halbjahreszahlen präsentiert.

Der Umsatz stieg zwar um 8,6% auf 81,8 Mio. €, wobei besonders die Sparten Antriebs- und Kanalisierungstechnik mit zweistelligen Zuwächsen überzeugten.

Andererseits hat sich das Wachstum im 2. Quartal verlangsamt. Zudem ging der Auftragseingang um 6,4% auf 78 Mio. € zurück.

Die Book-to-Bill-Ratio liegt damit unter 1. Operatives Ergebnis und Nettogewinn wiederum stiegen um fast die Hälfte auf 4,9 bzw. 1,07 Mio. €. Dies zeigt: Die vielen Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz werden erfolgreich umgesetzt.

Das Gesamtjahr will Greiffenberger mit einem Umsatz von 158 bis 166 Mio. € und einem operativen Ergebnis von 8 bis 10,5 Mio. € abschließen. Die operative Marge würde also im günstigsten Fall bei 6,6% liegen.

Damit bliebe das Unternehmen aber noch deutlich hinter seinem mittelfristigen Ziel von 8% zurück. Dieses Ziel dürfte Greiffenberger frühestens 2014 erreichen, und auch nur dann, wenn die Konjunktur mitspielt.

Wir haben Zweifel, und die Börse gibt uns Recht: Die Aktie tendiert seit Monaten seitwärts und hinkt dem Gesamtmarkt deutlich hinterher. Das Rating reduzieren wir auf Verkaufen.

McDonald’s erneut mit schwachem Quartal

Bei einem stagnierenden Umsatz von 7,2 Mrd. $, schrumpfte der Gewinn um 3% auf 1,46 Mrd. $. Damit setzte sich der negative Trend aus dem 2. Quartal fort.

Verantwortlich für die schrumpfenden Gewinne sind vor allem Währungsschwankungen und die schwierige wirtschaftliche Lage in Europa.

Durch die Schuldenkrise kommen immer weniger Kunden in die Filialen. Und selbst in der Heimat der Burger, den USA, schwächte sich das Wachstum ab.

Die Umsätze in USRestaurants, die mindestens 1 Jahr geöffnet sind (Comparable Sales), legten um 1,2% zu. Das ist das schwächste Wachstum in den vergangenen 11 Quartalen.

Zudem setzen Mitbewerber McDonald’s mit Marketingoffensiven zunehmend unter Druck. Burger King profitierte zuletzt von der Erweiterung seines klassischen Hamburger-Angebots und lockte Kunden mit Smoothies und Sandwiches an.

Kreditkarte Symbolbild Kreditkarten_shutterstock_232260670_Ti_ser

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McDonald’s-Chef Don Thompson erwartet weiterhin schwierige Marktbedingungen. Der strategische Fokus liegt auf der Steigerung von Marktanteilen.

Allerdings zeigte auch zu Beginn des 4. Quartals der weltweite Umsatztrend auf bestehender Fläche nach unten. Das schwache Geschäft ist auch am Aktienkurs nicht spurlos vorbeigegangen.

Er ist seit Anfang des Jahres um rund 14% gesunken. Da die langfristigen Aussichten nach wie vor gut sind, warten wir die Konsolidierung ab und senken unser Rating auf Halten.

American Express mit schwacher Gewinnsteigerung

American Express steigerte wegen zurückhaltender Kreditkartenkunden seinen Gewinn im 3. Quartal nur leicht um 1% auf 1,25 Mrd. $. Die Einnahmen stiegen so langsam wie seit fast 3 Jahren nicht mehr. Bereinigt um Zinskosten legten sie um 4% auf 7,9 Mrd. $ zu.

Amex spürt in den USA die Zurückhaltung seiner überwiegend wohlhabenden Kunden. Zwar gaben die Karteninhaber 8% mehr Geld aus.

In den Vorquartalen lagen die Wachstumsraten aber im zweistelligen Bereich. Unerfreulich ist die Millionenstrafe, zu der Amex von US-Regulierungsbehörden verdonnert wurde.

Der Konzern soll Kunden mit seiner Werbung über die Konditionen für Kreditkarten in die Irre geführt haben. Außerdem wurden bei säumigen Zahlern illegale Mahngebühren eingefordert.

Amex gehört zusammen mit Visa und Mastercard zu den 3 großen Kreditkarten- Anbietern. Im Unterschied zu den Konkurrenten vergibt American Express auch den eigentlichen Kredit.

Das bedeutet, dass Amex zwar an den Zinsen verdient, doch gleichzeitig das Risiko säumiger Zahler und unbeglichener Rechnungen trägt. Um wieder mehr Schwung in das Geschäft zu bringen, will Amex jetzt auch Karten für Niedrigverdiener auflegen.

Zusammen mit der Supermarktkette Wal-Mart bietet das Unternehmen inzwischen eine aufladbare Bezahlkarte für Kunden an, die über kein Bankkonto verfügen.

Die Aktie hat sich seit unserer Empfehlung mit einem Kursplus von rund 45% gut entwickelt. Wir nehmen den Gewinn mit und verkaufen die Aktie.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.