Neukundengewinnung: Banken im heftigen Wettbewerb

Die Neukundengewinnung stürzt Banken weltweit in heftige Kämpfe um das beste Angebot. Als Lockmittel werden oftmals Top-Zinsen offeriert. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Neukundengewinnung stürzt Banken weltweit in heftige Kämpfe um das beste Angebot. Nicht umsonst, denn das Privatkundengeschäft bietet viele Vorteile. Das Ziel der Banken ist es, Marktanteile zu gewinnen. Daher versuchen viele von ihnen, den Wettbewerb um die Kunden zu  erweitern.

Als Lockmittel werden Top-Zinsen bei Tages- und Festgeld und günstige Konditionen eingesetzt. Indes: Spitzenwerte wie 5,5 % gelten nur eingeschränkt. So sind die Summen begrenzt. Maximal 10.000 € akzeptiert die comdirect bank bei Abschlüssen über Tchibo.

Neukundengewinnung auch von ausländischen Banken

Auch viele ausländische Banken versuchen derzeit, in Deutschland Fuß zu fassen. Sie bieten sogar für beliebige Anlagehöhen Zinsen zwischen 4,80 und 5,65 %. Aber Achtung: Die Einlagensicherheit ist hier häufig auf 20.000 € reduziert.

So bei der türkischen DenizBank oder bei der isländischen Kaupthing Edge. Einige haben sich aber auch der deutschen Einlagensicherung angeschlossen.     So die lettische Parex Bank, die für 12 Monate 5,0 % bietet. 4,75 % sind es bei der indischen ICICI Bank.

Diesen Banken können Sie somit auch größere Summen anvertrauen.

Neukundengewinnung: Banken können Spitzenwerte nicht senken

Ein weiterer interessanter Aspekt: Als Neustarter dürften diese Banken es sich nicht erlauben, die Spitzenwerte kurzfristig wieder zu senken.

Einziges Manko: Ist der Sparerfreibetrag ausgeschöpft, müssen Sie diese Zinsen voll versteuern.     Eine Alternative zum Tages- und Festgeld sind bei hohem Steuersatz steueroptimierte Geldmarktfonds.

Sie werden von den Anbietern so bezeichnet, weil die Fonds nur niedrige steuerpflichtige Zinserträge erzielen.

Schluss mit Lebensversicherungen: Immer mehr Gesellschaften stellen Neukundengeschäft einBeim Run-Off einer Versicherung wird das Neukundengeschäft eingestellt und nur noch Altverträge verwaltet, was die Rendite verringern kann.  › mehr lesen

Neukundengewinnung: Bis zu 95% der Ausschüttungen steuerfrei

Je nach Konzept des Anbieters sind durchaus bis zu 95 % der Ausschüttungen für Privatanleger steuerfrei. Auch wenn die Renditen der Fonds niedriger sind als die Bank-Zinsangebote, kann sich Nachrechnen lohnen.

So haben die Spitzenreiter in den vergangenen 12 Monaten rund 3,4 bis 3,6 % Rendite erzielen können.

Diese Renditen sind weitgehend steuerfrei. Angenommen, Sie müssen auf Ihre Zinsanlagen 42 % Steuern zahlen. Dann müssten Sie etwa 5,7 % erzielen, um nach Steuern auf eine Rendite von 3,3 % zu kommen.

Abgeltungssteuer macht Fonds für neue Kunden interessant

Auch die Abgeltungsteuer macht die Fonds nicht uninteressant. Die Renditen stammen aus Kursgewinnen. Wer vor Ende 2008 einsteigt, der kann die anfallenden Kursgewinne auch in Zukunft steuerfrei realisieren. Ob sich das langfristig rechnet, ist eine andere Frage.

Das Gewinnpotenzial der Fonds bleibt begrenzt. Zudem sinkt der Steuersatz bei Zinseinkünften ab 2009 auf 25 %. Auch das gilt es schon heute zu bedenken. Steueroptimierte Geldmarktfonds sollten deshalb nicht mehr als eine Depot-Ergänzung sein.

(Der Deutsche Wirtschaftsbrief 15/2008)

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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