Neuordnung der Chemie-Giganten

Bayer RED – shutterstock_659942269 Alfred Sonsalla

Wenige Konzerne dominieren die Chemie-Branche und ein Markteitritt junger Unternehmen ist aufgrund der hohen Kosten kaum möglich. (Foto: Alfred Sonsalla / Shutterstock.com)

Die Chemie-Branche wird seit Jahrzehnten von wenigen Konzernen dominiert. Die hohen Fixkosten machen den Markteintritt für junge Unternehmen praktisch unmöglich. Innerhalb des bestehenden Duopols spitzt sich der Wettbewerbsdruck besonders zu. Begleitet werden die Konkurrenzkämpfe von hohen Investitionen in die Forschung und Entwicklung, aber auch von milliardenschweren Unternehmensübernahmen.

In den vergangenen Jahren wurden gleich mehrere Rekordakquisitionen durchgeführt, die in den internationalen Medien für große Schlagzeilen sorgten und die Chemie-Branche in ihrer Struktur wesentlich verändert haben. Zu nennen ist der Zusammenschluss von Dow Chemical und DuPont, mit der Kartellauflage der US-Wettbewerbsbehörde, dass das neue Unternehmen zerschlagen werden muss. Bereits Ende 2015 wurde bekannt, dass die Fusion in Verhandlung sei.

Im Jahre 2017 entstand dann mit DowDuPont das größte Chemie-Unternehmen der Welt. Der Zerschlagungsprozess dauert bis heute an, befindet sich aber in der Abschlussphase. DowDuPont wurde in seine einzelnen Geschäftsbereiche aufgelöst, die heute als selbstständige Unternehmen firmieren oder verkauft wurden. Die wichtigsten Überbleibsel sind heute DuPont de Nemours und Dow Inc. Der Restrukturierungsprozess funktioniert besser als erwartet. Die Corona-Krise sorgte zwar für Rückschläge.

Die neue Welt der Plastikstoffe, Aromen und Duftmittel

Beide Konzerne verfolgen – jeweils für sich – eine radikale Wachstumsstrategie und geben ein stückweit den Ton in der Branche an. Dow Inc. setzt verstärkt auf nachhaltige Plastikstoffe und macht so Covestro Konkurrenz. Dennoch bleibt für uns Covestro die erste Wahl. Trotz schwacher Zahlen ist die Unterbewertung verlockend und die Prognosen positiv. Besonders erkennbar wird dies an den operativen Geschäftszahlen, die noch über unseren Erwartungen lagen.

Dagegen setzt DuPont zum Angriff auf den Aroma- und Duftmittelmarkt an, der traditionell von Givaudan, I F F und Symrise dominiert wird. Bereits im Februar wird DuPont den Marktführer I F F übernehmen und damit zum größten Spieler in diesem Bereich aufsteigen. Der Markt ist besonders attraktiv, da Duft- und Aromastoffe nicht nur in Fertigprodukten verarbeitet, sondern auch in tierfreier Nahrung eingesetzt werden – ein aufstrebender Zukunftsmarkt.

Was macht eigentlich Bayer?

Ein nicht endendes Thema in der Chemie-Branche ist der Rechtsstreit von Monsanto, den Bayer sich unvorhergesehen eingekauft hatte. Der US-Saatguthersteller hatte ein Pflanzenschutzmittel auf den Markt gebracht, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen. Es folgten weit über 30.000 Klagen. Bayer hat es geschafft eine Sammelklagevereinbarung mit über 90% der Kläger auszuhandeln, die jedoch vom Gericht im Sommer bemängelt wurde. Jetzt geht es in Berufung, und eine neue Vereinbarung soll her. Bayer plant mit Sonderbelastungen von rund 1,6 Mrd. €.

Trotz dieser Unsicherheiten zeichnet sich ein Ende der Rechtsstreitigkeiten 2021 ab. Die bereinigten operativen Zahlen zeigen, dass die Übernahme von Monsanto die richtige Entscheidung war.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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