New Work verliert an Wachstumstempo

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Die Zahlen von New Work waren besser als erwartet, allerdings zeigt sich der negative Einfluss der Krise. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Langsam läuft die Quartalsberichtssaison aus – und diese stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Auch wenn sich dies in den Zahlen zum 1. Vierteljahr eher wenig durchgeschlagen hat, rücken doch zahlreiche Unternehmen von ihren Prognosen ab. Auch beim TecDAX-Wert New Work gibt es einige Unsicherheiten bezüglich der Krise.

Unternehmensportrait

New Work SE, lange Zeit unter Xing SE firmiert und bekannt, ist ein in Deutschland ansässiger und im TecDAX gelisteter Betreiber eines sozialen Netzwerks für Geschäftsleute im deutschsprachigen Raum. Die Plattform XING ermöglicht es Fachleuten aus den unterschiedlichsten Branchen, sich zu treffen, Jobs, Kollegen, neue Aufgaben, Kooperationspartner, Experten zu finden und Geschäftsideen zu generieren.

Zahlen überraschen positiv

Im Grunde genommen ist dies genau das Geschäft, das unter der Pandemie eigentlich zu leiden hat. Die Arbeitslosigkeit steigt und viele Unternehmen denken eher an Personalabbau als an Neueinstellungen. Dennoch konnte sich der Konzern – zumindest im ersten Quartal – in diesem schwierigen Fahrwasser recht gut behaupten. So legte der Umsatz von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum immerhin um 10% auf 68,9 Mio. Euro zu. Dies ist zwar nur noch halb so hoch als vor einem Jahr, aber in Anbetracht der Situation ein guter Wert.

Minuszeichen gab es allerdings beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Dieses ging wegen Einmaleffekten und hohen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr um 10 % auf 15,9 Mio. Euro zurück. Lässt man diese Sondereffekte jedoch außer Acht, so stieg das Ebitda um 12%. Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis konnte sich um nahezu 30% auf 9 Mio. Euro steigern.

Unternehmen sieht Negativeffekte durch die Krise

Betont wurde dabei, dass das Unternehmen auch unter den Negativeffekten der Pandemie zu leiden habe – dies sei gerade im Neugeschäft beim E-Recruiting sowie bei den Themen Marketing und Events spürbar – allerdings entwickele sich die Arbeit dennoch positiv. Das liege vor allem daran, dass das Bestandsgeschäft von New Work im Privat- und Geschäftskundenbereich zu rund 80% aus im Voraus bezahlten Abo-Verträgen bestehe.

Doch gerade hier sehe ich die Gefahr, dass diese irgendwann auslaufen und dann die Coronakrise – möglicherweise dann, wenn in anderen Bereichen wieder „Normalität“ eingekehrt ist – richtig zuschlägt.

Aktie kein Schnäppchen

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 40 ist die Aktie von New Work derzeit nicht gerade als günstig bewertet. Solange die Wachstumsraten bei 20% gelegen haben, war dies kein Problem. Aktuell wächst das Unternehmen jedoch nur noch halb so stark, hinzu kommen die Unsicherheiten der Coronakrise auf das Geschäft.

Daher rate ich hier aktuell zur Zurückhaltung. Mag sein, dass New Work irgendwann wieder zu alter Wachstumsstärke findet, aber ich gehe davon aus, dass die Aktie in der Zwischenzeit nochmal günstiger zu haben sein wird.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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