Nichts ist in Stein gemeißelt – der Gegentrend zum Megatrend

Diese sogenannte „Landflucht“ wird unwidersprochen akzeptiert. Die Gründe klingen auch einleuchtend, als Hauptgrund wird meist der Arbeitsplatz genannt. (Foto: karamysh / Shutterstock.com)

Als Investor habe ich in den letzten 20 Jahren eines gelernt: Laufe nie den Entwicklungen hinterher und hinterfrage alles, wirklich alles!

Immer dann, wenn etwas als unumstößlich, als „allgemein bekannt“ gilt, sollte man genau hinschauen. Dazu zählt die weitverbreitete Annahme, die Menschen würden allesamt in Strömen in die deutschen Großstädte drängen, demzufolge lohne sich das Immobilieninvestment auch nur in den großen Metropolen.

Diese sogenannte „Landflucht“ wird unwidersprochen akzeptiert. Die Gründe klingen auch einleuchtend, als Hauptgrund wird meist der Arbeitsplatz genannt.

Das ist auch richtig, aber eben nicht nur!

Befassen wir uns einmal näher damit und recherchieren ein wenig:

Faktencheck

Fakt ist, vor zwei Jahren zogen zum ersten Mal mehr Deutsche aus Berlin, Hamburg und den fünf anderen größten deutschen Städten weg als neu hinzukamen.  Das berichtet Spiegel Online.

Grundlage für diese Meldung sind die  Zahlen des Statistischen Bundesamts, die Konstantin Kholodilin für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgewertet hat.

Spiegel Online weiter:

„Ein Blick in die einzelnen Städte zeigt: Oft lassen sich die Menschen im Umland nieder. In Hamburg registrierten die Behörden 2014 insgesamt 78.218 Fortzüge. Davon profitierten vor allem die umliegenden Bundesländer: 24.050 Menschen zogen nach Schleswig-Holstein, weitere 13.126 nach Niedersachen.

Für Hamburg als neuen Wohnsitz entschieden sich im Gegenzug jedoch nur 18.637 Menschen aus Schleswig-Holstein und 12.241 Niedersachsen. Dass die Hansestadt dennoch einen positiven Wanderungssaldo aufwies, lag vor allem an den zugezogenen Ausländern. Eine Entwicklung, die auf alle von Kholodilin untersuchten Großstädte zutrifft.“

Mit anderen Worten, die Migrationswelle verzerrt das Bild und die absoluten Zahlen sind trügerisch.

Das Handelsblatt titelte dazu passend: Alt-Berliner zieht es zunehmend ins Umland.

Gegentrend zum Megatrend

Warum ist das wichtig zu wissen? Weil so frühzeitig lukrative Immobilieninvestmentmöglichkeiten identifiziert werden können.  Und das gehört zur Aufgabe eines erfolgreichen Investors.

Der Kulturanthropologe und Zukunftsforscher Tristan Horx war Gast  beim  Jahresempfang der Aktionsgemeinschaft in Bad Homburg. Seine Aussage zum wissenschaftlichen Hintergrund meiner These:

„Jeder Megatrend, wie der der Urbanität, auf der Suche nach Intensität, Individualität und Selbstverwirklichung, erzeugt auch irgendwann einen Gegentrend. Im Falle der Rückkehr in die „Provinz“, auf der Suche nach Persönlichem und Entschleunigung, bringen die ehemaligen Städter dann aber etwas Neues mit: Weltoffenheit. Das zusammen mit der dörflichen Lebensqualität macht dann die Besonderheit des Lebens in der „Provinz“ aus.“

Die Welt der Immobilien ist unglaublich vielschichtig. Und es ergeben sich auch in schwierigen Zeiten wie diesen gute Investitionsmöglichkeiten. Aber zum Erfolg gehört auch, immer wieder um die nächste Ecke zu denken und die vielen Faktoren, die auf den Immobilienmarkt wirken, zu beobachten und korrekt auszuwerten.

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!   Hilfestellung hierzu kann mein Buch „Die Warnung: Gehören Immobilienkäufer von heute zu den Immobilienverlierern morgen?“ geben.

Sie wissen, auch 2018 bleibt es bei dem Grundsatz:

Investieren Sie, aber investieren Sie klug.

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sell. Über den Autor

Andreas Sell ist heute als Investor, Geschäftsführer verschiedener Grundstücksgesellschaften, Beiratsmitglied einer Münchener Fondsgesellschaft und Autor tätig.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt