Niedrige Marktpreise halten den Druck für die Rohstoff-Firmen hoch

Nun ist die PDAC 2015 auch schon wieder Geschichte. Die größte Rohstoffmesse der Welt lockte deutlich weniger Besucher nach Toronto als noch im Vorjahr. Nach Angaben des Veranstalters waren aber immerhin noch 23.600 Besucher aus mehr als 100 Ländern in Toronto zu Gast.

Wie stark sich die Branche allerdings verändert hat, fällt erst auf beim Blick auf die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre. So erreichte die Besucherzahl vor zehn Jahren mit knapp 13.000 erstmals den fünfstelligen Bereich. In den folgenden Jahren ging es stetig nach oben bis zum bisherigen Rekordhoch von 30.000 Besuchern in den Jahren 2012 und 2013.

Parallel zu den deutlich sinkenden Rohstoffpreisen hat eben auch das Interesse wieder nachgelassen. Dennoch hat die PDAC in diesem Jahr ihre Rolle als weltweit wichtigster Branchenevent verteidigt. Wie ich höre wurde von vielen Teilnehmern auch jetzt wieder das Wort vom“ vorsichtigen Optimismus“ benutzt.

Wenn ich ehrlich sein soll kann ich diesen Ausdruck schon nicht mehr hören, denn auch in den Jahren 2013 und 2014 versuchte sich die Branche mit dieser Art von Durchhalteparolen ein positives Bild zu geben.

Fakt ist: Nach dem positiven Start im Januar bei vielen großen Rohstoffwerten brachte der Februar eine gewisse Ernüchterung. Dazu trägt sicherlich auch die schwache Entwicklung bei den Edelmetallen bei. Gold sackte heute kurzzeitig unter die Marke von 1.200 Dollar und beim Silber ist ein Abrutschen unter die Marke von 16 Dollar möglich.

Kleinere Firmen mit gesicherter Finanzierung bieten aktuell die größten Chancen

Das sind keine Marktpreise die für Jubelstimmung bei den Produzenten sorgen. Daher erwarte ich im weiteren Jahresverlauf eher nur einige wenige Übernahmen im Sektor. Diese Einschätzung höre ich auch von einigen Experten direkt aus Toronto. Dort tauchten zwar immer wieder Gerüchte zu bestimmten Werten auf, aber das ist das normale Business auf dieser riesigen Messe.

Größere Fantasie ergibt sich meiner Einschätzung nach bei kleineren Firmen mit aussichtsreichen einzelnen Projekten. Was mir an solchen Firmen gefällt: Wenn die Finanzierungen klar sind, können diese Firmen in Ruhe die Produktion vorbereiten und diese entweder selbst starten oder auf ein attraktives Übernahmeangebot eines Produzenten warten.

Dabei muss Ihnen aber klar sein: In diese Kategorie der Aktien fallen nur maximal 5% der Firmen. Für die große Masse der Rohstofffirmen wird es auch in den nächsten Monaten weiterhin schwierig bleiben. Ich denke das kann sich auch bis zur bis zu PDAC 2016 ziehen, die vom 28. Februar bis 2. März stattfinden wird.

5. März 2015

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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