Niedriger Ölpreis: Traditionell positiv für Minengesellschaften

Im Zuge des gefallenden Ölpreises sackten nicht nur die Kurse der Aktien im Energiesektor ab.

Auch viele andere Rohstoffwerte erlebten zuletzt eine Fortsetzung der herausfordernden Phase. Dabei hat der niedrigere Ölpreis auch positive Aspekte für die gesamte Rohstoff-Branche.

Im Grunde ist die Tatsache dahinter ganz simpel: Je geringer der Ölpreis, desto geringer sind die Ausgaben für Energie bei den Minenfirmen.

Wie sich das exakt auf die Kostenseite bei den Minenfirmen auswirkt, hat mein Kollege Oliver Gross vom Börsendienst „Der Rohstoff-Anleger“ genauer analysiert. Lesen Sie hier seine aktuelle Einschätzung:

Grundsätzlich ist der niedrige Ölpreis positiv für die Minenbranche

Die fallende Energiepreise wirken sich positiv auf die Kostenseite der Rohstoff-Produzenten und Minengesellschaften aus. Wie Sie wissen müssen, stellt z.B. Diesel bei Tagebauminen einen großen Kostenfaktor dar.

Zudem wird auf vielen aktiven Minenliegenschaften der Strom von Diesel-Reaktoren produziert. Daneben kommt Öl natürlich bei den ganzen Maschinen und Bergbaugeräten zum Einsatz und wird auch als Schmierstoff in den Minen ständig gebraucht.

So können Sie davon ausgehen, dass rund 10-15% der Gesamt-Kosten bei den Minen-Unternehmen auf die Faktoren Energie (Öl, Gas, Strom etc.) entfallen und das ist ein beträchtlicher Anteil. So kommen fallende Ölpreise den Rohstoff-Produzenten natürlich in vielen Bereichen zu Gute.

Wie erheblich dieser Kostenfaktor in den letzten Jahren angestiegen ist, verdeutlichen die folgenden Zahlen: So ist der Diesel-Verbrauch pro Unze Gold von rund 30 USD im Jahr 2005 massiv auf über 100 USD im letzten Jahr angestiegen. Insgesamt benötigen die Goldproduzenten heute knapp 26 Gallonen Diesel (ca. 98 Liter) für die Produktion von einer Unze Gold.

Alleine diese Tatsache ist mehr als beeindruckend und zeigt Ihnen die Relevanz von Öl bei der Minenproduktion aus. Fazit: Der Kosten-Faktor Energie hat sich bei den Rohstoff-Produzenten in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt und gehört heute zu den größten Kosten-Posten.

Da rund 10-15% der Gesamt-Kosten eines Rohstoff-Förderers aktuell für Energie aufgebracht werden (Minen-Betrieb, Transport, Hilfsstoffe etc.), können Sie davon ausgehen, dass der signifikante Ölpreis-Rückgang positive Effekte für die Kostenseite der Minengesellschaften nach sich ziehen wird.“

Soweit die Analyse von Oliver Gross. In seinem Börsendienst „Der Rohstoff-Anleger“ hat er die vergangenen Wochen genutzt, um einige Topwerte der Branche neu ins Depot aufzunehmen. Viele Werte sind aktuell so günstig wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr – das bietet für 2015 attraktive Chancen.

24. Dezember 2014

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Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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